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Der Jugendchor Hochtaunus wird bei der ?Nacht der Musik? zu hören sein.

Bad Homburg

Musikhauptstadt für drei Tage

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Am Wochenende wird Bad Homburg zum Zentrum der deutschen Amateurmusik. Bundespräsident Steinmeier zeichnet dabei zwei Ensembles aus der Region aus.

Es ist die wahrscheinlich aufwendigste Veranstaltung, mit der die Verantwortlichen für Kultur im Bad Homburger Rathaus bislang zu tun hatten. Nicht nur, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) am kommenden Sonntag ins Kurhaus kommen wird, um jeweils einen Chor und ein Orchester auszuzeichnen – bereits an den Tagen zuvor wird sich die gesamte Stadt in eine große Bühne verwandeln.

Erstmals richtet Bad Homburg die Tage der Chor- und Orchestermusik aus, die Kurstadt wird damit für ein Wochenende zur Hauptstadt der deutschen Amateurmusik. „Wir haben uns sehr darum bemüht“, sagt der Fachbereichsleiter für Kultur und Bildung, Matthias Setzer. Seit über einem Jahr laufen blereits die Vorbereitungen. Dazu habe man sich auch in Konstanz erkundigt, dem Schauplatz der vorherigen Tage der Chor- und Orchestermusik, die von den Bundesverbänden für Amateurmusik jedes Jahr an einen anderen Ort vergeben werden.

Um die gesamte Infrastruktur sicherzustellen, seien „unglaublich viele Absprachen“ nötig gewesen, schildert Setzer. Allein für die „Nacht der Musik“ am Samstagabend werden mehr 1000 Mitwirkende erwartet, die im 30-Minuten-Rhythmus an elf verschiedenen Orten Musik machen werden. Für das Publikum sei das eine tolle Sache, kündigt Setzer an. „Die Besucher haben die Gelegenheit, sich möglichst viel anzusehen.“ Zumal bei freiem Eintritt die verschiedensten Sparten vertreten sind – von Alphornklängen über traditionelle Chormusik bis hin zu Jazz und Rock.

Für die Veranstalter bedeutet ein solches Programm aber jede Menge Stress. „Jeder Auftritt ist fast genauso aufwendig wie ein Einzelkonzert“, sagt Matthias Setzer. Hinzu kommt die Herausforderung, Musiker und Besucher von Ort zu Ort zu bringen. Dazu werde ein Shuttle-Bus-System eingerichtet, kündigt Setzer an.

Auch nicht alltäglich ist der Besuch eines Bundespräsidenten in der 56 000-Einwohner-Stadt. Für die Feststunde mit Steinmeier seien „strengste Sicherheitsvorkehrungen“ nötig. Gemeinsam mit dem hessischen Kulturminister Boris Rhein (CDU) wird Steinmeier die beiden höchsten Auszeichnungen für deutsche Amateurmusik an zwei Gruppen aus der Region überreichen: Die Zelter-Plakette geht an den Winkeler Frauenchor und die Pro-Musica-Plakette an den Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden. Karten für die Veranstaltung im Kurhaus gibt es allerdings keine mehr.

Die Verleihung der Zelter-Plakette geht auf eine Initiative des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss zurück. 1956 wurden damit erstmals Chöre ausgezeichnet, die auf eine mindestens 100 Jahre alte Geschichte zurückblicken können. Namensgeber der Plakette ist der langjährige Direktor der Singakademie Berlin, Carl Friedrich Zelter (1758-1832). 1968 stiftete Bundespräsident Heinrich Lübke die Pro-Musica-Plakette, die nach dem Vorbild der Zelter-Plakette an Orchester verliehen wird.

„Wir sind sehr stolz, Austragungsort dieser Veranstaltung zu sein“, sagt Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Wichtig sei ihm, dass während des Wochenendes auch die Vielfalt der Amateurmusik-Szene in Stadt und Region zu hören ist. So wird das Eröffnungskonzert am Freitagabend ausschließlich von Chören und Orchestern aus Bad Homburg und Umgebung bestritten. Aber auch bei der „Nacht der Musik“ sind zahlreiche Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet vertreten.

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