Wohnen in Oberursel

Mischquartier am Urselbach

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Die Stadt Oberursel plant zwei Baugebiete mit teilweise günstigem Wohnraum. In Bommersheim ist dafür ein Umlegungsverfahren notwendig.

Wohn- und Gewerbeflächen sind im Oberurseler Stadtgebiet rar geworden. Nun sollen zwei Areale für die Bebauung vorbereitet werden, die sich in den Gemarkungen von Stierstadt und Bommersheim befinden. Auf beiden sind auch Wohneinheiten zu „bezahlbaren Mietpreisen“ vorgesehen.

In dem zwischen Zimmersmühlenweg und Ludwig-Erhard-Straße befindlichen „Neumühle“-Gebiet ist ein Mischquartier aus Bürogebäuden, Schul-Campus und Wohnstätten geplant. Während die Büros rund 10 500 Quadratmeter einnehmen sollen, sind knapp 14 000 Quadratmeter dem Wohnen zugeordnet. Entstehen sollen laut Vorentwurf zum Bebauungsplan Geschosswohnungsbauten, Reihen- und Doppelhäuser – 97 Einheiten insgesamt. 20 Prozent der Geschossflächen, so Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), könnten als günstiger Wohnraum verfügbar gemacht werden.

Was heute in weiten Teilen noch Brachgelände am Rande von Gewerbebezirk und Urselbach-Aue ist, befindet sich weitgehend in der Hand des Investors Pecan Development. Als Abspaltung des Unternehmens Hochtief hat der Projektentwickler das Grundstück vom früheren Mutterkonzern übernommen, um die dortige Entwicklung voranzutreiben. Immerhin lockt das Geviert mit Vorteilen wie Stadtzentrums-, ÖPNV- und Naturnähe.

Auf dem Areal befanden sich vor Hochtief die Hessenglaswerke und bis 1945 eine Bronzefabrikation. Bei der baulichen Vorbereitung des dreieinhalb Hektar großen Bereichs sind Altlastfunde im Boden deshalb nicht auszuschließen. Am 13. Dezember entscheiden die Oberurseler Stadtverordneten, ob das Vorhaben in Fahrt gebracht wird.

In derselben Sitzung stimmen die Parlamentarier zudem über die Einleitung des Planverfahrens „Mutter-Teresa-Straße“ im Stadtteil Bommersheim ab. Wo sich aktuell Äcker und Gärten erstrecken, sollen rund 100 Wohneinheiten – davon 30 Prozent für Menschen mit niedrigem Einkommen – entstehen. Im Winkel zwischen Bommersheimer- und Wallstraße ist ein Projekt mit Mehrfamilien- und Doppelhäusern auf Miet- und Eigentumsbasis angedacht. Investor ist ein vorerst anonym agierender, gemeinnütziger Träger.

Mittels der noch auszubauenden Mutter-Teresa-Straße wird der mit „Quartiersplatz“ sowie Tiefgarage und oberirdischen Parkbuchten bestückte Wohnzirkel ans bestehende Verkehrsnetz angeschlossen. Mehrheitlich als „Gemeinbedarfsfläche“ ausgewiesen, ist für die neue Nutzung eine Änderung des Bebauungsplanes vonnöten. „Unser Beitrag für den mittelständischen Bereich“, so Brum, der die gute Anbindung an Bus- und Bahnlinien hervorhebt.

Um das nun präsentierte „Grundkonzept“ umsetzen zu können, muss ein Umlegungsverfahren initiiert werden. Noch ist das Gebiet im Eigentum von neun Grundstücksbesitzern, zu denen auch die Kommune gehört. Bereits 1997 sollte eine Umlegung die Verhältnisse in der Gemarkung „Hinterm Wall“ neu ordnen. Geplant war damals die Errichtung eines Seniorenpflegeheims. Ein Vorhaben, das schließlich ad acta gelegt werden musste.

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