Hochtaunus

15 Millionen für die Schiene

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Landrat Ulrich Krebs legt den Haushalt für 2020 vor. Finanziell geht es dem Kreis so gut wie lange nicht. Das ambitionierte Schulbauprogramm wird fortgesetzt.

In den kommenden Jahren wird der Hochtaunuskreis eine Menge Geld in die Hand nehmen, um den Schienenverkehr auszubauen. Das hat Landrat Ulrich Krebs (CDU) am Montag bei der Präsentation seines Haushaltsentwurfs für 2020 angekündigt.

Wichtigste Projekte sind die Verlängerung der S-Bahn-Linie 5 über den Taunuskamm hinweg bis nach Usingen sowie die Regionaltangente West (RTW), die Fahrgäste von Bad Homburg über Eschborn und Frankfurt-Höchst bis zum Flughafen und in den Kreis Offenbach befördern soll.

Mit insgesamt 11,5 Millionen Euro werde sich der Hochtaunuskreis, der zu den Gesellschaftern der RTW-Planungsgesellschaft gehört, an dem Vorhaben beteiligen, kündigte Krebs an. Eine erste Tranche von 770 000 Euro hat der Landrat nun in seinen Etatentwurf eingestellt. Darin finden sich auch 3,5 Millionen Euro an die Verkehrsgesellschaft Hochtaunus (VHT), die sich um die Elektrifizierung der Taunusbahn-Strecke kümmert. Ohne sie wäre ein Ausbau der S-Bahn nicht möglich.

Zahlen
Der Haushaltsentwurf für 2020 sieht Erträge in Höhe von 483,5 Millionen Euro bei Aufwendungen von 472,1 Millionen Euro vor.

Der Schuldenstand beträgt 658,4 Millionen Euro. twe

Inzwischen regt sich erster Widerstand gegen das Projekt, vor allem in Wehrheim. Kreis und VHT würden die Einwände sorgfältig prüfen, sagte Krebs zu. Der Anschluss an das S-Bahn-Netz ist aus seiner Sicht aber „fundamental für die Zukunft des Usinger Landes“.

Was seine Finanzen angeht, steht der Hochtaunuskreis so gut da wie lange nicht. Zum ersten Mal seit 20 Jahren sei mit dem aktuellen Etat ein Haushalt ohne Auflagen genehmigt worden, teilte Krebs mit. Und auch für das kommende Jahr rechnet er mit einem Überschuss von 11,4 Millionen Euro. Damit will er gleich zwei Raten für die „Hessenkasse“ abbezahlen, mit der das Land dem Kreis bei seinen Kassenkrediten unter die Arme gegriffen hat. Das verschaffe den nötigen Puffer, um in wirtschaftlich schwierigen Jahren die Tilgung einmal zu reduzieren oder ganz auszusetzen, so Krebs.

Was aber auch bedeutet, dass kein Spielraum bleibt, um Kreis- und Schulumlage zu senken, über die Städte und Gemeinden den Kreishaushalt maßgeblich finanzieren. Wie in den letzten Jahren dürfte sich daran wieder eine intensive Diskussion im Kreistag entzünden. Ein weiteres Streitthema ist bekanntermaßen die Sanierung der Rhein-Main-Deponie-Gesellschaft. Dafür stehen im Etatentwurf des Landrats fünf Millionen Euro bereit. Die Hochtaunuskliniken sollen mit 11,3 Millionen Euro unterstützt werden.

Dickster Brocken ist erneut das ambitionierte Schulbauprogramm, in das der Hochtaunuskreis seit 2000 bereits 866,3 Millionen Euro investiert hat. Im kommenden Jahr sollen weitere 31,5 Millionen Euro hinzukommen. Allein für die IGS Stierstadt stehen 10,2 Millionen Euro bereit. 5,2 Millionen sind für den Abschluss der Arbeiten an der Maria-Scholz-Schule in Bad Homburg vorgesehen.

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