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Bad Homburg

Mehr Müll wegen Corona in Bad Homburg

  • vonAnke Hillebrecht
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In der Kurstadt fällt mehr Abfall an als im Bundesdurchschnitt. Das will der Betriebshof ändern, unter anderem mit Infobroschüren.

Restmüll möchte jede Kommune vermeiden. Denn sie erzeugen nur Kosten. 128 Kilogramm fallen pro Kopf deutschlandweit an. In Bad Homburg sind es aber pro Jahr 137 Kilo, wie aus dem jüngsten Abfallbericht der Stadt hervorgeht.

Zumindest ging die Restmüllmenge in den vergangenen Jahren stetig zurück. Seit 2014 ist sie laut Bericht von rund 12 000 auf 7463 Tonnen (2019) gesunken. Insgesamt haben die Kurstädter im vorvergangenen Jahr rund 26 210 Tonnen Abfälle weggeworfen – rund 294 Tonnen weniger als 2018. Zahlen für 2020 liegen noch nicht komplett vor; der Leiter des Betriebshofes, Ralf Bleser, sieht aber schon anhand der ersten drei Quartale, dass im Coronajahr wieder vier Prozent mehr Restmüll und sieben Prozent mehr Biomüll angefallen sind. Denn durch die Pandemie halten sich mehr Menschen zu Hause auf, kochen dort. Viel mehr Unrat ist auch in den Parks angefallen.

Beim Mülltrennen haben die Homburger allerdings nachgelassen: Denn mit einer Verwertungsquote von 72 Prozent liegen sie acht Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. „Hier muss hinterfragt werden, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um noch mehr Wertstoffe aus dem Restmüll retten zu können“, resümieren Bleser und Abfallberaterin Daniela Münzing.

Verwertet werden können sauber getrennte Abfälle über den Verpackungs- oder Biomüll, Grünabfall, Altpapier, die Glassammlung oder Elektroschrott. „Ziel ist immer, so viele Wertstoffe wie möglich einem Kreislauf zuzuführen und damit die Menge des Restmülles zu reduzieren“, erläutert Ordnungsdezernentin Lucia Lewalter-Schoor (SPD).

Beeindruckend sei dies bei der Einführung der Biotonne im Jahr 2016 zu sehen. „Da wurden unmittelbar 2500 Tonnen, 2017 sogar 3500 Tonnen Bioabfälle dem Kompostierungskreislauf zugeführt.“ Seither blieb das Niveau in etwa gleich.

Den aus dem Homburger Bioabfall gewonnen, zertifizierten Kompost können Bürger aus dem Hochtaunuskreis kostenlos auf der Deponie Brandholz beziehen. Der größte Teil wird laut Dezernentin in der Landwirtschaft verwendet. Wichtig dabei sei aber, ergänzt Bleser, dass keine Tüten aus Plastik in die Biotonne gelangen. Finden die Müllwerker wiederholt Plastik im Biomüll, kann die Biotonne eingezogen werden. Bleser ist zuversichtlich, dass eine Aufklärungsaktion gewirkt hat. „Wir hatten in jüngster Zeit zumindest keinerlei Beschwerden von der Deponie mehr“, so der Betriebsleiter.

Jedoch werden die Homburger nun wieder Informationsblättchen erhalten. Darin wird in verschiedenen Sprachen erläutert, wie Abfälle richtig zu trennen sind. Denn zum Beispiel ist der Anteil an Altpapier (2019: 4168 Tonnen) im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent zurückgegangen (2018: 4263 Tonnen). Und wie das Tortendiagramm fürs Jahr 2019 zeigt, waren 44 Prozent der Abfälle nicht verwertbarer Restmüll. 25 Prozent wanderten ins Altpapier, 21 Prozent in die Biotonne und acht Prozent in den gelben Sack.

30 Müllwerker holen allwöchentlich in sechs Teams die Abfallcontainer von 54 296 Kurstadt-Einwohnern vom Grundstück, entleeren sie und rollen sie wieder zurück. Der aktuelle Abfallmengenbericht ist auf der Homepage des Betriebshofes einsehbar.

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