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Mehr Kontrolle im Kurpark

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Bad Homburg Radfahren ist hier verboten, doch immer mehr tun es

Der Mann scheint sich keines Fehlers bewusst zu sein. Schnittig biegt er mit seinem Fahrrad um die Ecke der Orangerie, einen Anhänger mit zwei Kleinkindern im Schlepptau. Gerade so hat er zwei Ordnungspolizisten verpasst, die zur Kontrolle etwaiger regelwidriger Radfahrer auf die Brunnenallee kommen. Die nächste Stunde jedoch gibt es niemanden zu erwischen. Der Kurpark gehört den Fußgängern - so, wie es sein soll.

Doch das dürfte an der Ferienzeit, vielleicht auch an der Wärme liegen. Normalerweise seien hier durchaus Radfahrer unterwegs, erklärt Kurdirektor Holger Reuter. "In der Corona-Zeit, speziell seit etwas mehr als einem Jahr, hat die Disziplin bei vielen Leuten nachgelassen." Das gesellschaftliche Leben und das Anspruchsdenken der Menschen hätten sich verändert, "und Radfahren im Kurpark gehört dazu."

Selbst beim Wimbledon-Turnier sei so mancher durch die Menschenmengen zwischen den Ständen geradelt, erinnert sich Reuter an den Juni. Gerade die breite Brunnenallee mit ihrer historischen Pflasterung in der Mitte wirkt einladend, nach dem Motto: Hier bleibt Fußgängern doch genug Platz . . .

Viele Städte wie Bad Homburg schaffen im öffentlichen Raum mehr Platz für den Radverkehr. Die wachsende Zahl an Radlern bekommt mehr Rechte - dass es aber auch Bereiche gibt, in denen das Fahren nicht erwünscht ist, ist manchen womöglich nicht bewusst. Andere setzen sich darüber hinweg. Fakt ist aber: Radfahren ist im Kurpark verboten, worauf auch Schilder an den Eingängen hinweisen. Der denkmalgeschützte Kurpark wurde als therapeutischer Landschaftspark angelegt, und noch heute dient er der Erholung. Etliche Patienten der Kurkliniken sind hier nach der Hüft- oder Knie-OP unsicher mit Krücken unterwegs.

Ertappte werden

zuweilen unflätig

Nicht nur, so Reuter, dass zuletzt verstärkt gegen das Verbot verstoßen werde. Deshalb seien bei der Kur schon Beschwerden eingegangen. Auch werde die eingesetzte Parkwache, wenn sie die Radler anspricht, zuweilen unflätig angegangen. Der Kurdirektor selbst musste sich von Ertappten schon einiges anhören.

Deshalb hat er jetzt Ordnungspolizisten der Stadt angefordert, die an "Präsenztagen" für das Thema "sensibilisieren" sollen. An zwei weiteren Tagen Ende August werden erneut zwei Stadtpolizisten unterwegs sein. "Denn die Stadtpolizisten dürfen auch Knöllchen verteilen", betont Reuter. 50 Euro kostet es, wenn man erwischt wird.

Neuer Flyer zeigt

legale Routen im Park

Es ist jedoch möglich, am nördlichen Rande des Kurparks die Strecke zwischen Gonzenheim und Kirdorf und zurück im Grünen zurückzulegen. Die festgelegten Strecken sind in einem neuen Informationsblatt aufgeführt, das die Kur nun herausgegeben hat. Der Radweg beginnt im Osten hinter der Taunus Therme; an der Augustaallee muss man ein Stück nach rechts fahren, kurz darauf geht es links wieder in den Park hinein. Am Denkmal mit dem Löwen und am neuen Luisenbrunnen vorbei zum Kaiser-Wilhelms-Bad. Nun müssen Radler rechts zum Paul-Ehrlich-Weg diesen überqueren und auf dem Rad- und Fußweg in Richtung Jubiläumspark fahren. In diesen darf man hinein; der Jenny-Baumstark-Weg parallel zum Viktoriaweg ist für Radler offen. Wobei auch hier Patienten der nahen Reha-Klinik Dr. Baumstark auf Krücken unterwegs sind. Doch mit Rücksichtnahme, geringem Tempo und viel Abstand geht das Miteinander gut. Zur Innenstadt geht es den Schwedenpfad hinauf.

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