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Per Mausklick ins Hotel anno 1900

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Das Bad Homburger Stadtarchiv sucht noch historische Fotos und Postkarten zur Kur - denn schon ball sollen interaktive Karten die historische Stadtentwicklung erlebbar machen.

Von Martina Propson-Hauck

Wer schon immer einmal wissen wollte, wo Dostojewski eigentlich gewohnt hat, wenn er in Bad Homburg sein Geld verspielte, der ist demnächst nicht mehr darauf angewiesen, dicke Bücher zu wälzen. Das hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg entwickelt gegenwärtig mit Unterstützung des Bad Homburger Stadtarchivs im Internet interaktive Karten, die die historische Stadtentwicklung sowie alle relevanten Daten des Kurwesens per Mausklick erlebbar machen sollen.

Auf Karten im Maßstab eins zu 5000 können Orte der Kur aufgerufen werden. Gebäude wie Hotels und Gaststätten sind in einem Register auch namentlich erfasst. Wenn man etwa den „Russischen Hof“ anklickt, erfährt man alles über dessen Baugeschichte, die Lage oder seine berühmten Gäste. Auch Fotos oder Postkarten der historischen Gebäude sollen dort später einmal abrufbar sein.

Dafür bitten die Mitarbeiter des Projekts unter Leitung von Holger Gräf Bad Homburger Bürger um Mithilfe: Wer noch alte Ansichten, Karten oder Fotografien von Gebäuden hat, die für die Entwicklung des Kurwesens interessant waren, kann diese dem Stadtarchiv zur Verfügung stellen. Dort wird eine Kopie gefertigt und an die Marburger weitergeleitet, die Originale bleiben den Besitzern erhalten. Interesse haben die Marburger Forscher auch an Bildern von Baustellen.

Das Pilotprojekt ist die in die digitale Welt übertragene Weiterentwicklung des hessischen Städteatlasses. Der ist für Bad Homburg bereits im Oktober erschienen. Für 14 hessische Städte sind solche Kartenwerke zur historischen Stadtentwicklung bereits erstellt. Bad Homburg ist die erste Stadt, die mit thematischem Schwerpunkt auch digital erlebbar sein wird, allerdings erst Ende 2013. Seit November 2012 arbeiten die Marburger an dem Projekt, im Dezember haben sie Journalisten bereits einen ersten Einblick in die Ergebnisse gewährt.

Die thematische Zuspitzung auf das Kurwesen hat Bad Homburg im Zusammenhang mit der seriellen Bewerbung mehrerer Fürsten- und Modebäder des 19. Jahrhunderts als Unesco Welterbe gewünscht. Verzeichnet werden auch Kurvillen, Badeeinrichtungen, industrielle Anlagen. Andere Städte setzen andere Schwerpunkte. Rund 140 Städte in Hessen sollen in dem Projekt „Hessischer Städteatlas“ in den kommenden Jahrzehnten bearbeitet werden.

Den Städteatlas Bad Homburg gibt es im Buchhandel für 29,90 Euro.

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