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Wer rastet, der rostet. Helmut Kirschner tritt für den Turnverein Dornholzhausen an.

Bad Homburg Sportler des Jahres

Es lebe der Sport

Der 75-jährige Leichtathlet Helmut Kirschner aus Dornholzhausen ist Sportler des Jahres. Dass seine Konkurrenten zum Teil einen jahrzehntelangen Trainingsvorsprung haben, stört Helmut Kirschner nicht, er hat den Vorsprung aufgeholt.

Von Michael Frammelsberger

Helmut Kirschner ist eigentlich ein untypischer Seniorensportler, er begann erst im Alter von über 50 Jahren mit der Leichtathletik. „Als Jugendlicher wollte ich immer Turner werden“, erzählt er. Daraus wurde aber nichts, denn Kirschner stammt ursprünglich aus dem Städtchen Kirchberg in Tirol, da gab es keinen Sportverein. Für die körperliche Ertüchtigung blieben nur Bergwandern, Klettern und Skifahren. Aus Liebe kam der Österreicher schließlich nach Ober-Erlenbach, seine Frau stammt von dort. Das Paar lernte sich kennen, als die Erlenbacherin einen Urlaub in Kirschners Heimat verbrachte.

An seinem neuen Wohnort kam Helmut Kirschner schließlich zufällig zum Sport, er fuhr seine Söhne zum Training der Homburger Turngemeinde. Die teilte ihren Trainingsplatz mit einer Seniorengruppe des TV Dornholzhausen und „ich wollte nicht nur zusehen“, lacht Kirschner.

Turner konnte Kirschner beim TV Dornholzhausen aber auch nicht werden, es gab keine Turngruppe. Daher probierte er sich in den Leichtathletikdisziplinen und entdeckte seine Vorliebe für Sprints. „Ein 400-Meter-Lauf ist für mich schon wie ein Halbmarathon“, sagt der Athlet. Daher sind die 100 und die 200 Meter inzwischen seine Paradedisziplinen, dazu kommt der Weitsprung. Zum Dreikampf gehört noch Kugelstoßen, aber um dort gute Ergebnisse zu erzielen, „bin ich zu klein und nicht kräftig genug.“

Dass seine Konkurrenten zum Teil einen jahrzehntelangen Trainingsvorsprung haben, stört Helmut Kirschner nicht, er hat den Vorsprung aufgeholt. Zweimal je zwei Stunden trainiert er in der Woche auf dem Sportplatz, dazu kommen noch kurze Bergläufe. Wenn es im Winter zu kalt wird, findet das Training in der Halle statt. Weil er nicht immer letzter sein wollte, sagt Kirschner, trainiere er mehr als andere.

Erneut antreten

Viele Seniorensportler gibt es nicht, zum Leichtathletiktraining des TV Dornholzhausen kommen regelmäßig sechs bis zwölf Sportler. Die meisten Älteren interessierten sich nicht mehr für Wettkämpfe, sagt Kirschner, sie machten Sport, um fit zu bleiben. Dem 75-Jährigen machen die Wettbewerbe aber einfach Spaß. Es sei schön, mal woanders hinzufahren und andere Leute zu treffen.

Helmut Kirschner tritt bei den Senioren-Kreismeisterschaften sowie den süddeutschen und hessischen Seniorenmeisterschaften an, er war auch schon vier Mal bei der deutschen Seniorenmeisterschaft dabei, doch mittlerweile sei ihm das zu weit zum Fahren. Bei Dreikampfmeisterschaften wie in Nieder-Olm, bei der Kirchner 2013 mit seiner Mannschaft gewann, müssen alle drei Teammitglieder jeweils im 100-Meter-Lauf, im Weitsprung und im Kugelstoßen antreten.

Das Ergebnis des besten Teammitglieds wird gewertet und in Punkte umgerechnet. In die Punkteberechnung fließt auch das Alter der Athleten mit ein, am Ende gewinnt das Team mit den meisten Punkten.

Dieses Jahr möchte Kirschner erneut bei den hessischen und süddeutschen Meisterschaften antreten, er weiß aber noch nicht, ob er rechtzeitig fit sein werde. „In meinem Alter dauern auch Zerrungen länger“, erklärt der Leichtathlet. Der Sport mache aber immer noch Spaß.

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