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Oliver Debus (links) und Erfinder Ulrich Krzyminski mit ihrem Modell der „Apollo 11“.

Bad Homburg

Mit Hut und Kurschatten zum Orbit

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„Apollo 11 reloaded“: Ein privates „Raumfahrprojekt“ in Bad Homburg feiert den 50. Jahrestag der ersten Mondlandung.  

Die „Mission Possible“ wird am 20. Juli irgendwo am Starnberger See gestartet. Der rechte mythisch besetzte Platz für ein Ereignis, das sich so tief ins kollektive Gedächtnis der Kurstadt einbrennen soll wie der kleine schwankende Schritt von Neil Armstrong ein halbes Jahrhundert zuvor. Wer damals „live“ am Bildschirm dabei war und den alten Traum der Menschheit aus 384.000 Kilometer Entfernung mitgeträumt hat, weiß dazu seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen.

Neue Geschichten sollen sich um den Sommer 2019 ranken, wenn „Apollo 11 reloaded“ im Süden der Republik mit „Repräsentanten“ der Stadt Bad Homburg an Bord Richtung Vollmond aufbricht. Und mit hoffentlich spektakulären Bildern zurückkehrt.

Die Männer mit Drang zum Mond im Jahr 2019 sind vergleichsweise bescheiden gegenüber den Gefolgsleuten des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy. Männer wie Ingenieur, Erfinder und Unternehmer Ulrich Krzyminski, Schokoladenmanufakturist Daniel Schwaabe oder Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), der überhaupt erst zehn Jahre nach der erfolgreichen Apollo-11-Mission zur Welt kam. Von den Sternen träumt jeder auf seine Art, „Apollo 11 reloaded“ begeistert die groß gewordenen Buben gleichermaßen.

Bescheidenheit mischt sich mit Forscherdrang, immerhin ein gutes Zehntausendstel des Abstandes zum Mond soll das im Maßstab 1:10 nachgebaute „Command Modul“ der Apollo 11 schon überwinden. Auf eine Höhe von 38,4 Kilometer soll das nur ein paar Kilo schwere Modul auf Basis von Balsa-Holz binnen etwa zwei Stunden entschweben, als Anhängsel eines mit Helium gefüllten Wetterballons wird es am Starnberger See abheben. Irgendwo dort oben, am Rand der Stratosphäre, wird der bis dahin auf 20 Meter Durchmesser aufgeplusterte Wetterballon nach Berechnungen von Erfinder Ulrich Krzyminski „zerbersten“ und sich die Flugbahn der „Apollo 11“ wieder der Erde zuwenden.

Dunkel wird es da sein am Beginn der unendlichen Weiten des Weltalls. Und sehr kalt, um die 70 Grad minus, so Krzyminski. Die neue „Apollo 11“ im Kleinformat soll das alles aushalten, ausgestattet ist sie mit hochauflösenden Digitalkameras. Im mobilen Kontrollzentrum auf der Erde erwarten die „Raumfahrer“ nach ihrer hoffentlich heilen Rückkehr spektakuläre Bilder aus dem dunklen All und von der hellen Gegenseite des Mondes.

Ein mitreisender GPS-Sender wird beim Aufspüren des Flugobjekts helfen, die Landung wird im Umkreis von etwa 50 Kilometern vom Startort erwartet. Das Luftfahrtsamt Südbayern hat die Startgenehmigung bereits erteilt.

Und jetzt der Werbeblock: Die aufgrund ihres Maßstabs und ihrer nur 40 Zentimeter vom Boden bis zur Kegelspitze unbemannte Apollo 11 der Neuzeit hat lediglich Stellvertreter der Protagonisten an Bord. Die Kurstadt ist mit einem Homburg-Hut-Pin mit von der Partie, die Manufaktur Chocoloat Plus mit ihrer berühmten „Kurschatten“-Praline im Raumkapsel-Format, die Himmelsforscher der AG Orion haben die Geodaten ihrer zukünftigen Volkssternwarte am Rand des Stadtwaldes eingepackt. Damit die Aliens schon mal wissen, dass sie demnächst von dort aus beobachtet werden.

Rund 30 000 Euro fehlen den Sternguckern noch zur Verwirklichung des etwa 180 000 Euro teuren Projektes. Und ein Bauunternehmen, das den Sockel für das große Teleskop baut. Es darf dann beim vorgesehenen Zweitflug kostenlos in der Stratosphäre für sich werben.

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