Bad Homburg

Kultur lohnt sich in Bad Homburg

Drei Millionen Tagestouristen bringen Geld in die Kasse.

Wie relevant ist der Tourismus für Bad Homburg? Lohnen sich die hohen Ausgaben für Kultur? Das wollte die Kurstadt jetzt wissen und hat über die Kur- und Kongreß-GmbH beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) ein Gutachten in Auftrag gegeben. „Von den Erkenntnissen waren wir selbst ein bisschen überrascht“, erklärt Kurdirektor Holger Reuter.

So waren im Jahr 2017 laut Studie rund 3,1 Millionen Tagesbesucher in der Kurstadt. „Diese Zahl kann auch auf 2019 transferiert werden“, so Reuter.

Hinzu kommen 611 000 Übernachtungen, die je zur Hälfte in den vier Kurkliniken und in Hotels stattfanden. Insgesamt sind in der Kurstadt etwa 2 500 Betten registriert, 800 davon in den Reha-Kliniken und 700 in den Hochtaunus-Kliniken.

Bei der dwif geht man davon aus, dass jeder Hotelbesucher pro Tag 139 Euro ausgibt; ein Tagesgast rund 30 Euro. Daraus ergibt sich ein Brutto-Umsatz von 176,5 Millionen Euro, der jährlich durch den Tourismus in die Stadt fließt. 52,3 Prozent der Umsätze kamen durch die vielen Tagesbesucher zustande. Nach Abzug von Steuern bleibt laut dwif ein touristischer Einkommensbeitrag von 88,7 Millionen Euro in der Stadt. Legt man ein Jahreseinkommen von rund 43 000 Euro zugrunde, ernährt der Tourismus in Bad Homburg theoretisch 2060 Personen.

„Andere große Kurstädte haben Gäste vor allem wegen ihrer Kurkliniken“, so Reuter. Bad Homburg könne mit seinen Wellness-Einrichtungen punkten sowie mit seinen vielen Kultur-Veranstaltungen, vom Poesie-Festival über die „Blickachsen“-Schau bis hin zum Weihnachtsmarkt mit Eisbahn. Dafür kommen die Menschen offensichtlich gern aus dem Umland oder von weiter her auch mal nur für einen Tag.“

Kurdirektor Reuter und OB Alexander Hetjes (CDU) sehen sich durch die Ergebnisse des Gutachtens bestätigt, weiterhin viel in Kultur und Stadtmarketing zu investieren. In nächster Zeit soll das „Corporate Identity“ der Kurstadt überarbeitet werden – also die Art und Weise, wie sie sich selbst vermarktet.

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