Bad Homburg

Knatsch um neue Kulturamts-Spitze

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Weil die CDU-Politikerin Bettina Gentzcke den begehrten Führungsposten im Rathaus übernimmt, spricht die BLB vom „Bad Homburger Klüngel“.

Blickachsen, Poesiefestival, Schlosskonzerte – beim kulturellen Angebot kann Bad Homburg locker mit so mancher deutschen Großstadt mithalten. Das verleiht auch dem städtischen Kulturamt eine besondere Bedeutung. Der Magistrat hat nun entschieden, dass Bettina Gentzcke zum 1. November neue Leiterin des Fachbereichs Kultur und Bildung werden soll. Sie löst Matthias Setzer ab, der in Pension geht.

Aus Sicht der Bürgerliste Bad Homburg (BLB) hat die Personalie allerdings ein Geschmäckle. Bislang sei es in Bad Homburg gute Sitte gewesen, dass Stellen in der Stadtverwaltung mit Ausnahme der gewählten Hauptamtlichen nicht politisch besetzt werden, erklärt der BLB-Fraktionsvorsitzende Armin Johnert. Dagegen verstoße die schwarz-rote Koalition nun im Falle des Kulturamts.

Denn die promovierte Juristin Gentzcke ist Mitglied des CDU-Vorstandes und vertritt ihre Partei als ehrenamtliche Stadträtin im Magistrat. Die Stadt werde immer mehr zum „CDU-Erbhof“, moniert Johnert. Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) müsse sich aufgrund der „politischen Besetzung des Kulturamts mit einer CDU-Parteifreundin den Vorwurf des Bad Homburger Klüngels gefallen lassen“, befindet der BLB-Fraktionschef.

Rathaussprecher Andreas Möring verweist darauf, dass der Stellenbesetzung ein Assessment Center vorausgegangen sei, das von einer externen Firma begleitet wurde. Dabei habe sich Bettina Gentzcke unter insgesamt 39 Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt.

Gentzcke war als Stadtverordnete von 2011 bis 2016 Mitglied des Kulturausschusses sowie kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. In ihrer beruflichen Tätigkeit als Juristin bei der Hoechst AG und deren Nachfolgeunternehmen sei sie auch mit Aufgaben im Kulturmanagement befasst gewesen.

Die BLB überzeugt das nicht. Wenn der Oberbürgermeister die Kulturarbeit der Stadt aufwerten wolle, solle er als doch Kulturdezernent zurücktreten und Bettina Gentzcke zur ehrenamtlichen Kulturdezernentin ernennen, empfiehlt Armin Johnert.

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