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Erfolgreiches Warmlaufen der Bad Homburg Sentinels vor dem Saisonstart – das folgende Testspiel gewinnen sie danach hoch.

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Kick-off mit Schneeflocken in Bad Homburg

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Die „Sentinels“-Footballspieler haben die Top-Liga im Visier. 

Nein, es sind keine Kirschblüten, die der frische Frühlingswind vom Kirdorfer Feld herübertreibt. Es sind tatsächlich ein paar Schneeflocken, die aus dem trüben Himmel rieseln. Die martialisch gerüsteten Männer mit ihren Helmen mit Gittervisier und Schulterpolstern rührt das nicht. Stoisch marschiert die kleine Armee der „Sentinels“ auf, zu deutsch „Wächter“. Sie sind bereit für den Kampf gegen die „Panthers“ aus Würzburg. „Erbarme, die Hesse komme“, erklingt wenig später nach dem ersten Touchdown die Hessen-Hymne der Rodgau Monotones. American Football kennt keine Sprach- und Kulturgrenze, Sportler, Funktionäre, Sponsoren und Fans sehen sich als große Familie.

Der Hype ums braune Ei ist in der Kurstadt angekommen, dafür sorgen die „Bad Homburg Sentinels“, die seit vier Jahren die Football-Szene aufmischen. Drei Aufstiege in Folge, jetzt schnuppern sie von der Regionalliga aus schon an der German Football League II.

„Sportliches Ziel des Vereins ist ein schneller Vorstoß in die oberen Ligen des deutschen Footballs“. Knapp und nicht unbescheiden, aber mit klaren Vorstellungen, haben die Macher der Sentinels ihre Idee bei der Gründung formuliert. Der Vorsitzende und sein Vize verfolgen das Ziel auf allen Ebenen, sie kämpfen auch auf dem Platz mit ihren gestählten Körpern an vorderster Front Yard für Yard um Raumgewinn. Von den Zuschauerzahlen der Footballer können Fußball-Traditionsvereine nur träumen.

Schneeflocken, kalter Wind und frostige Temperaturen halten den harten Kern der Fans nicht davon ab, ihr Team beim Saisonauftakt im Sportzentrum Nordwest anzufeuern. Rund 400 sind zum Testspiel gekommen. Wenn am 12. Mai die „Frankfurt Pirates“ zum Saisonauftakt aufmarschieren, werden es wieder mehr als 1000 sein, die Teil der großen Party sein wollen. Vom „Familientreffen unter Gleichgesinnten“ sprechen die Begeisterten gerne. Man muss das Spiel gar nicht verstehen, taktische Feinheiten, komplizierte Regeln, die Zählweise. Das kommt schon mit der Zeit.

Die Show beginnt schon eine Stunde vor dem ersten Kick-off. Mit American-Live-Musik vor der Haupttribüne, mit „Sweet home Alabama“ und später zum Anpfiff „Born to be wild“. Es gibt Bier, Pommes, Bratwurst und Pork-Burger neben den Ständen mit Merchandising-Artikeln, für die kleinen Kinder eine Hüpfburg, die großen Kids können mit dem Ei auf die Torwand werfen.

„Es ist ein Spaß für die ganze Familie, für jeden ist etwas dabei“, fasst Marcus Danz das Hauptargument für einen Besuch im Stadion zusammen. Seine Drillinge (Jahrgang 2008) sind bereits aktive Sentinels, spielen in einem der Jugendteams des Vereins. „Respekt und Teamgeist sind ganz wichtige Werte, die die Jungs von Anfang leben.“ Das findet Vater Danz besonders wichtig.

Der Kick-off naht, der Start ins neue Footballjahr. „Wir rufen die Wächter“, sagt der Stadionsprecher. Mit Sirene und rhythmischem Klatschen fordert das Volk sein Team zum Kampf. Aus einem aufgepumpten überdimensionalen Helm strömt es in die Arena, die Jugend steht Spalier, die Cheerleader, die das sonst machen, frieren wohl. Nebel wabert, erst kommt das Fußvolk des 50-Mann-Teams mit Fahnenträger, dann folgen die elf Auserwählten der Startformation. Mit dabei Vereinschef und Spielertrainer Timothy Miscovich als Quarterback und sein Kumpel und Vize Maximilian Schwarz.

Die Regionalliga kann kommen, bei Halbzeit steht es gegen die gleichklassigen Panther aus Bayern 28:7. Punkte für das Selbstbewusstsein, an der großen Ergebnistafel werden sie noch per Hand eingestellt.

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