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Keine reine Schlafstadt

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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7350 Kinder unter 14 Jahren leben laut Zensus in der Kurstadt.
7350 Kinder unter 14 Jahren leben laut Zensus in der Kurstadt. © Michael Schick

Der Zensus räumt mit alten Vorurteilen auf. Es gibt mehr Arbeitsplätze als angenommen, und viele Pendler kommen zum Arbeiten in die Stadt. Bezahlbarer Wohnraum hingegen ist Mangelware.

Der Zensus 2011 bietet nach den Worten von Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD) ein „Riesenpaket an Daten“. Für Bad Homburg ist in der Menge an Informationen besonders interessant, dass es mehr Arbeitsplätze gibt als angenommen. Zudem kommen mehr Menschen zum Arbeiten in die Stadt, als Einwohner sie auf dem Weg zu ihrem Job verlassen. „Der Wirtschaftsstandort Bad Homburg wächst“, sagt Krug.

In der Stadt, so hatten die Behörden vor der aktuellen Erhebung angenommen, gebe es 29 000 Arbeitsplätze. Tatsächlich sind es 34 190 Stellen. Etwas mehr als zwei Drittel davon, 23 550, werden von Auswärtigen besetzt – Menschen also, die andernorts wohnen und zur Arbeit einpendeln, etwa aus Frankfurt oder Mittelhessen. Bad Homburger, jedenfalls dem Wohnsitz nach, haben die übrigen 10 640 Stellen inne.


Günstiger Wohnraum fehlt

Die Kurstadt sei „keine Schlafstadt“, zieht Krug zufrieden Bilanz. In Bad Homburg werde gearbeitet und damit Steuern erwirtschaftet. Doch damit verbunden sei zugleich ein dringender Bedarf nach Wohnraum: Vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen müssten bezahlbare Wohnungen in Bad Homburg vorfinden. „Sie tragen zur Wertschöpfung bei, und sie haben es derzeit schwer“, unterstreicht Krug mit Blick auf die vergleichsweise hohen Miet- und Immobilienpreise in Bad Homburg. Die Stadt wolle das Problem im Auge behalten und an Lösungen arbeiten.

Der Zensus bietet laut Krug noch weitere Erkenntnisse: Der Ausländeranteil lag 2011 mit knapp 14 Prozent um zwei Prozentpunkte unter dem bisher angenommenen Wert. Derzeit liegt er nach aktuellen Berechnungen der Statistiker bei 15,4 Prozent. Auch nach Altersgruppen wurden die 51 370 Einwohner bei der Erhebung 2011 erfasst. Wenig überraschend für eine Kurstadt war der hohe Anteil der über 50-Jährigen von 42,7 Prozent. Die Gruppe der 25- bis 49-Jährigen umfasste 17 570 Menschen oder 34,3 Prozent. Die Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener von 15 bis 24 Jahren lag bei 4510 Menschen und einem Anteil von 8,7 Prozent. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 14 Jahren gibt der Zensus mit 7350 und einem Anteil von 14,3 Prozent an.


Solide Basis für Entwicklung

Die Zensus-Erfasser ermittelten für Bad Homburg auch den Wohnraum. Sie kamen auf 26 782 Wohnungen in 10 325 Gebäuden. Die Daten geben noch detaillierter Aufschluss: Unter anderem über Baujahre, Gebäudetypen, die Ausstattungen und die Eigentumsformen. „Damit haben wir eine solide Ausgangsbasis für weitere Überlegungen zur Entwicklung von Bad Homburg als Wohnstadt“, sagt Krug.

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