Bad Homburg

Der Jugend in Bad Homburg fehlt es an Platz

Jugendliche in Bad Homburg wünschen sich mehr Treffpunkte und Sportmöglichkeiten. Die Stadt will das jetzt angehen.

Wenn die alten Homburger – und natürlich auch die ehemaligen Kinder der heutigen Stadtteile – ein paar Jahrzehnte zurückdenken, werden ihnen bestimmt die Plätze einfallen, an denen man sich traf, vielleicht das erste Bier trank und das Kofferradio laut aufdrehte. Die wenigsten dieser Plätze sind erhalten, Nachverdichtung und urbane Expansion ließen sie verschwinden. Dass die Jugendlichen trotzdem feiern, führt heute gelegentlich zu generationenübergreifenden Konflikten.

Stadträtin Lucia Lewalter Schoor (SPD) bricht eine Lanze für den Nachwuchs: „Die Jugendlichen gehören ins Ortsbild“, betont sie. „Das sagen auch alle – doch dann heißt es meist: Aber bitte nicht bei mir vor der Haustür.“ Dieser Konflikt müsse unter der Maßgabe gegenseitiger Toleranz, Rücksichtnahme und mit klaren Regeln angegangen werden, „und auch die Politik muss mehr mit den Bürgern reden“.

Aber was will „die Jugend“? In dieser Frage ist die Stadt nun ein Stück schlauer. Mira Lauer von der Kinder- und Jugendförderung hat in den vergangenen Monaten Augen und Ohren offengehalten und ist mit den Jung-Homburgern ins Gespräch gekommen: „Ich war in den Jugendzentren und auch mit den Streetworkern unterwegs.“

Zudem hatten Jugendliche zwischen zwölf und 21 Jahren – vor Corona – zwei Monate Zeit, um sich anonym, freiwillig und ohne jegliche Verpflichtungen dazu zu äußern, was ihnen in der Stadt fehlt. Bei der Umfrage mitgemacht haben 188 Jugendliche, in den Augen der Stadt eine erfreuliche Anzahl an Rückläufern. Allerdings gibt es, legt man die Zahlen der vorigen Volkszählung zugrunde, mehr als 4000 Homburger in dieser Altersgruppe. Die Beteiligung lag also bei um die fünf Prozent.

Geld für erste Projekte

Mit den sonstigen Rückmeldungen ergibt sich ein rundes Bild: So wünschen sich die Jugendlichen vor allem attraktivere Plätze, an denen sie sich treffen können und (Trend-)Sportarten betreiben können. „Es gibt drei Kategorien: Plätze, an denen sie ungestört sind, Plätze, die zentral gelegen sind und Plätze, an denen man sich bewegen kann“, sagt Lewalter Schoor. Sehr oft wurden überdachte Sitzmöglichkeiten genannt. Weitere Wünsche: bessere Radwege, Plätze, an denen sich große Gruppen treffen können, eine Open-air-Bühne für Konzerte oder Partys.

„Wir werden im Kollegenkreis die Wünsche, Ideen und Anregungen gründlich besprechen und prüfen. Geklärt werden muss: Was kann realisiert werden?“, sagt Lauer. Der Wunsch nach besserer Beleuchtung bediene sowohl das Sicherheitsbedürfnis der Jugendlichen als auch das der Passanten, die im Halbdunkel ungern an Gruppen vorbeigehen.

Die Wünsche können nicht alle und nicht sofort umgesetzt werden, doch für Planung und erste Projekte stehen im Doppelhaushalt 100 000 Euro zur Verfügung. Wenn sich Planungen für einzelne Projekte konkretisieren, sollen Gremien und Anwohner eingebunden werden – und auch die Jugendlichen werden wieder ein Wörtchen mitreden. (hko/red)

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