Bad Homburg

Info-Offensive für U-Bahn-Verlängerung

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Die Bürger von Bad Homburg entscheiden im Herbst über das innerstädtische Großbauvorhaben. Es ist ein Projekt mit Risiken.

Die Bürgerschaft soll entscheiden. Nach dem Willen der am Donnerstagabend im Parlament versammelten Stadtverordneten hängt die innerkommunale Streckenverlängerung der U2 von dem Ja der Einwohner ab. Das Großbauprojekt wird indes nicht von allen Parteien getragen.

Während sich die Regierungskoalition aus Christ- und Sozialdemokraten eindeutig für den Lückenschluss zwischen dem Stadtteil Gonzenheim und dem Bahnhof ausspricht, lehnen die Freien Demokraten das Ganze im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Analyse als „unverhältnismäßig“ ab. Zu den Befürwortern der „hochkomplexen Angelegenheit“ sind auch Grüne und BLB („Was der Bürger entscheidet, werden wir mittragen.“) zu zählen. Dass Konsens mit den Einwohnern der Stadt angestrebt wird, ist jedoch allseits willkommen.

Abgestimmt werden soll am 28. Oktober, dem Tag der Landtagswahl. Um gute Voraussetzungen zu schaffen, haben die Verantwortlichen im Rathaus eine „Kommunikationsoffensive“ beschlossen. Am 7. Juni wird sie im Kurhaus beginnen: Ein „Infomarkt“ bringt Wissbegierige auf den derzeitigen Stand der Planungen. „Größtmögliche Klarheit und Transparenz“ werden laut Magistrat angestrebt. Dafür ist auch der Einsatz von Plakaten, Flyern, sogar einer „Projekt-Homepage“ angestrebt.

Sollten sich die Bad Homburger gegen die U-Bahn-Verlängerung stemmen – womit zur Stunde wohl niemand rechnet –, wird das Mammutvorhaben nach Auskunft der Verwaltung „umgehend abgebrochen“. Immerhin verweist man darauf, dass sich seit der ersten Machbarkeitsstudie bereits Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro summiert haben. Bei einem Mehrheitsentscheid im Herbst ist das weitere Procedere vorgegeben. Nach einem Beschlussvorschlag zur Umsetzung können Ausführungsplanung nebst Vergabeverfahren folgen. Das Bauen selbst soll bei günstigem Verlauf etwa dreieinhalb Jahre dauern, die „Inbetriebnahme der Strecke“ weitere 24 Monate. Ohne unvorhersehbare Probleme könne die Bahn auf der verlängerten Stadtbahnlinie frühestens 2025 rollen.

Mit Problemen aber ist zu rechnen. Das Ingenieurbüro Schüßler-Plan aus Frankfurt hat jüngst eine „Risikobewertung“ geliefert. Mehrfach ist hier von „beengten Verhältnissen“ in der zu bebauenden Stadtlandschaft die Rede – Grundwasserströme im Dornbach-Bereich und Hochwassergefahr sind daneben besorgniserregende Unbekannte. Um allen denkbaren Risiken zu begegnen, bedarf es demnach einer Gesamtinvestition von knapp 66 Millionen Euro.

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