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Bad Homburg

Impfwillige brauchen Geduld

Wartelisten in Arztpraxen sind noch immer lang. Die Organisation ist schwierig.

Die sinkenden Corona-Inzidenzen haben verschiedene Gründe – einer ist das Fortschreiten der Impfkampagne. Noch immer gibt es den begehrten Stoff nur in begrenzter Menge. Aber immerhin konnten im Bad Homburger Impfzentrum schon rund 100 000 Spritzen gesetzt werden.

Und auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben in den vergangenen Wochen Beachtliches geleistet: Von Anfang April bis Ende Mai wurden in den Praxen im Hochtaunuskreis mehr als 40 000 Impfungen durchgeführt – im Schnitt mehr als 1000 pro (Arbeits-)Tag.

Trotz der vielen Hundert Menschen, die allein im Hochtaunus täglich geimpft werden, ist die Nachfrage aber noch immer deutlich größer als das Angebot. In den Praxen besteht ein Großteil der Arbeit schon jetzt aus der Organisation der Impftermine – mit allen Unwägbarkeiten und Ärgernissen, die damit verbunden sind. Wie viel Impfstoff in der darauffolgenden Woche geliefert wird, erfahren die niedergelassenen Mediziner:innen immer donnerstagnachmittags. „Planungssicherheit gibt es nicht“, ist denn auch aus der Praxis von Thomas Kaufmann zu hören – und so wie dem Bad Homburger Arzt und seinem Team geht es auch den anderen.

Das Organisieren der Impfungen, das ja zusätzlich zum normalen Betrieb zu leisten ist, beansprucht die Praxen massiv – belastend sind aber auch die unzähligen Anrufe und Gespräche mit teils verzweifelten, teils verständnislosen Impfwilligen. Es gebe Menschen, die im Umkreis von zig Kilometern sämtliche Praxen abtelefonierten, um an eine Impfung zu kommen. „Das Telefon ist dauerbesetzt“, berichtet eine Mitarbeiterin aus Kaufmanns Praxis. Während die einen aus Angst vor einer Erkrankung oder aus Sorge um Angehörige dringend eine Impfung erhalten wollen, geht es anderen um den Schutz im Sommerurlaub.

Die Verhältnisse sind schon jetzt mitunter chaotisch, und dabei durften bisher ja nur Erwachsene geimpft werden, die zu einer Priorisierungsgruppe gehören. In der kommenden Woche wird die Priorisierung in Hessen aufgehoben, und auch die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ist dann erlaubt. Die Sorge, dass die Praxen von Montag an gestürmt werden, erscheint vor diesem Hintergrund als nicht unbegründet.

„Ich bin gespannt“, sagt Reinhild Allef. Die Medizinerin, die auch Leiterin des Qualitätszirkels Bad Homburger Hausärzte ist, führt schon jetzt eine Warteliste mit Hunderten Impfwilligen, darunter auch viele aus der Priorisierungsgruppe 3 und noch einige aus den Gruppen 1 und 2. Hoffnungen, auf die Schnelle einen Termin zu bekommen, kann sich bei ihr und wohl auch bei den meisten ihrer Kolleg:innen kaum jemand machen. „Es geht nicht alles sofort“, sagt Allef und bittet um Geduld. Die Impfstofflieferungen gäben weiter den Takt vor.

Hoffnungen setzt Allef darauf, dass nicht nur im Impfzentrum in Ober-Eschbach geimpft wird, sondern auch die Betriebsärzt:innen von nächster Woche an flächendeckend einsteigen dürfen. In Bad Homburg wurde das bei Fresenius schon seit Anfang Mai in einem Pilotversuch praktiziert.

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