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Noch ist das Teehaus von Landgräfin Caroline von Hessen-Homburg eingerüstet.

Bad Homburg

Bad Homburg: Tempel der Pamona wird zum Schmuckstück

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Der Frühling bringt Neues in den Schlosspark in Bad Homburg. Doch die Einweihung des neuen Kleinods wird wohl auf den Sommer verschoben.

Die Trauerweiden am Seeufer tragen schon zartes Grün. In der Nachmittagssonne knospen die ersten Apfelbäume im herrschaftlichen Obstgarten. Die Krokusteppiche vor dem Königsflügel treiben ein buntes Spiel, aber die „Phantasie“ muss noch warten. An ihrem höchsten Punkt ließ Landgräfin Caroline von Hessen-Homburg einst im späten 18. Jahrhundert passend zum Namen des englischen Landschaftsgartens ein kleines Teehaus bauen, dass der Phantasie viel Gelegenheit bot. Im Frühlings Erwachen sollte es im westlichen Schlosspark zu Bad Homburg vor der Höhe wieder blühen, ein neues Schmuckstück auf dem weitläufigen Gelände, das Schlossgärtner Peter Vornholt und seine Leute gerne dem Vorbild alter Pläne und Zeichnungen anpassen.

Den immer noch eingerüsteten Königsflügel mit dem heutigen kleinen Caféhaus wollten sie bei der Fertigstellung überholen, das rekonstruierte „Kleinod“ mit einem Frühlingsfest feiern. So hat es Kerstin Worms im Frühherbst annonciert, die Direktorin der Schlösserverwaltung. Es wird wohl Frühsommer werden, ist aus ihrem Büro im Schloss zu hören, die Phantasie der Flaneure im Park muss sich noch ein Weilchen von bebilderten Informationen am Bauzaun rund um das Grundgerüst des Teehauses nähren. Das neue Dach ist drauf, mit Schindeln gedeckt, konkav geschwungen die Form, einer chinesischen Pagode nachempfunden. Beim Schielen durch Lücken im Bauzaun erkennt man die gewaltigen Stützpfeiler aus Eiche als Basis für das mit Sandstein gepflasterte Geviert, mehr noch nicht. Nach allen Seiten offen, wie es die Homburger der letzten Jahrzehnte kennen.

Landgräfin Caroline aber dachte sich einen Rückzugsort, das Teehaus als geschlossenen Ort. Mit Mauerwerk zwischen den Pfosten, einer Tür und zwei Fenstern mit Blick auf Park und See, wie alte Zeichnungen zeigen. So soll es wieder werden, mit Baukosten von 170 000 Euro wird gerechnet. Das Kuratorium Bad Homburger Schloss trägt 50 000 Euro zur Identitätsstifung im Schlosspark bei, aus dem Landesprogramm Erhaltung Historisches Erbe fließen 80 000 Euro in die Kurstadt, den Rest muss die Schlösserverwaltung aufbringen.

„Tempel der Pomona“ soll das fertige Häuschen in Erinnerung an den alten Landgrafen und Anlehnung an die römische Göttin der Baumfrüchte wieder heißen, nur ein paar Meter entfernt in Blickweite liegt der rekonstruierte Herrschaftliche Obstgarten. Geschenkt übrigens das Dutzend Maulbeerbäume, von den Schlossgärtnern als neue Begrenzung der Obstabteilung vor dem „Gartenzaun“ zur Straße gepflanzt. Aus dem Seligenstädter Klostergarten sind die jungen Bäumchen in den Schlosspark gekommen, sollen an die alte Tradition der Seidenraupenzucht im 18. Jahrhundert erinnern. Wer es genauer wissen will, wie überall im Park erklären die Gärtner auf nett arrangierten Schildern, warum sie etwas machen, wenn sie das gewohnte Bild verändern. Die Fortsetzung des alten Stufenweges, der einst von der Meierei im Tal hinauf zum Schloss führte, ist so gut wie fertig und stimmt wieder mit den alten Plänen überein. Am Teichufer hatte die landgräfliche Familie eine Bootsanlegestelle .

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