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Andrea Firmenich verabschiedet sich nach 20 Jahren vom Sinclair-Haus.

Kultur

Nächster Führungswechsel im Bad Homburger Sinclair-Haus

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Leiterin Andrea Firmenich verlässt das Museum in Bad Homburg.

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr verliert das Sinclair-Haus in Bad Homburg seine Führungsperson. Zum 1. Januar war Johannes Janssen, der das renommierte Museum fünf Jahre lang geleitet hatte, als Stiftungsdirektor zur Niedersächsischen Sparkassenstiftung gewechselt. Nun hat auch seine Nachfolgerin – und Vorgängerin – Andrea Firmenich für November ihren Abschied verkündet. Sie ist zur Generalsekretärin im Vorstand der Kunststiftung NRW berufen worden.

Für das Museum und sein Angebot werde sich dadurch aber nichts Wesentliches ändern, versicherte Firmenich am Freitag bei der Präsentation der neuen Ausstellung „Flügelschlag“, der letzten Schau, die sie als Direktorin des Sinclair-Hauses und Geschäftsführerin der Träger-Stiftung Nantesbuch verantwortet.

„Ich hinterlasse ein wohlbestelltes Haus“, betonte die Kunsthistorikerin. Vor zwanzig Jahren hatte sie das Sinclair-Haus übernommen, parallel baute sie für die Altana AG eine Sammlung zeitgenössischer Kunst zum Thema „Natur“ auf. 2007 entwickelte sie für die Unternehmerin Susanne Klatten die Altana-Kulturstiftung, die vor zwei Jahren in der ebenfalls von Klatten gegründeten Stiftung Nantesbuch aufging.

Stelle wird bald neu besetzt

Als Geschäftsführerin beider Stiftungen habe sie immer eine enge Verbindung zum Sinclair-Haus gehalten, sagte Firmenich. Deswegen empfinde sie wegen des bevorstehenden Abschieds natürlich Wehmut. Allerdings reize sie die neue Aufgabe sehr, bei der es um die Förderung junger Künstler geht. Zudem haben auch praktische Gründe ihre Entscheidung beeinflusst, erklärte Firmenich. Ihr neuer Arbeitsplatz ist in Düsseldorf, und liegt damit in der Nähe von Köln, wo sie auch während der vergangenen 20 Jahre ihren Wohnsitz hatte.

Sie sei Andrea Firmenich „dankbar für die zahlreichen Ideen, kreativen Impulse, Veranstaltungen, mit denen sie meine Stiftungen geprägt und sehr viele Menschen beschenkt hat“, lobt Susanne Klatten in einer schriftlichen Stellungnahme. Eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger gibt es noch nicht. Der Direktoren-Posten des Sinclair-Hauses werde aber in nächster Zeit wieder besetzt, kündigt Klatten an.

Auch ohne sie sei in Bad Homburg ein „sehr professionelles Team“ vorhanden, betonte Andrea Firmenich. Dazu gehört Ina Fuchs, die als Kuratorin maßgeblich für die neue Ausstellung verantwortlich zeichnet, in der sich 20 Künstler mit „der ganz verrückten Beziehung“ von Mensch und Insekt auseinandersetzen – inklusive interaktiver Elemente, bei denen die Besucher von einem virtuellen Fliegenschwarm überfallen werden oder mittels Handbewegung Schmetterlinge zum Flattern bringen können. Zentraler Bezugspunkt einiger der Werke ist das grassierende Insektensterben. Etwa bei Maximilian Prüfer, der für seine dokumentarische Arbeit in die chinesische Provinz Sichuan gereist ist. Dort müssen ganze Obstplantagen von Menschenhand bestäubt werden, weil es keine Bienen mehr gibt.

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