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Das Gotische Haus wird bald umgebaut.

Bad Homburg

Bad Homburg: Kult-Motorräder müssen weichen

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Das Gotische Haus in Bad Homburg wird ab dem kommenden Jahr umgebaut und saniert. In der Zwischenzeit soll das Horex-Museum als Ausweichquartier dienen.

Gemälde, Münzen, Möbel und nicht zu vergessen die Ausstellungsstücke des Hutmuseums – insgesamt 40 000 Objekte des städtischen historischen Museums im Gotischen Haus müssen bis zum kommenden Jahr allesamt in Umzugskartons verpackt werden.

Dann sollen Sanierung und Umbau des Gebäudes beginnen, das den aktuellen Brandschutzvorgaben nicht mehr genügt. Außerdem soll das Gotische Haus ein neues Treppenhaus erhalten. Falls die Arbeiten reibungslos verlaufen, rechnet Museumsleiterin Ursula Grzechca-Mohr 2023 mit der Wiedereröffnung.

Bis dahin sollen aber nicht alle Ausstellungsstücke im Lager verschwinden. Deshalb wird das Horex-Museum am Bahnhof als Ausweichstätte umgebaut. Die Sammlung des städtischen Museums soll dort in einem Schaudepot für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Im Gegenzug müssen allerdings die Motorräder und anderen Exponate aus dem Horex-Museum weichen. Das Haus ist bereits geschlossen. In einem ersten Schritt werden bis Ende dieses Jahres die Leihgaben an ihre jeweiligen Besitzer zurückgegeben. Danach beginnt die technische Umrüstung des Gebäudes. Grzechca-Mohr geht davon aus, dass das geplante Schaudepot des Stadtmuseums Ende 2020 eröffnen wird.

Das Horex-Museum war den gleichnamigen Motorrädern gewidmet.  

Das 2012 eröffnete Horex-Museum sei „sehr gut angenommen worden“, sagt Frank Vollmer vom Horex-Club Taunus, der sich um das Erbe der legendären Motorräder kümmert, die einst in Bad Homburg gebaut wurden. Die 38 Vereinsmitglieder wollen „den Kult der Marke aufrechterhalten“, sagt Vollmer. Das wird natürlich ohne Museum schwieriger. Zudem sei noch offen, wie es nach dem Umbau des Gotischen Hauses weitergeht.

Angestrebt werde, das Horex- Museum von 2023 an wieder dem Themenbereich Technik, Industrie und Gewerbe und selbstverständlich der Horex-Geschichte zu widmen, teilt Ursula Grzechca-Mohr mit.

Sie ist mit ihren Mitarbeitern bereits dabei, die Ausstellungsstücke im Gotischen Haus für den Umzug vorzubereiten. Geplant ist, dass zunächst die Dauerausstellung und die Depots ausgelagert werden. Das Hutmuseum, die Hölderlin-Exponate und das Café im Gotischen Haus sollen noch bis voraussichtlich Mitte 2020 geöffnet bleiben und erst dann umziehen, wenn die Arbeiten in dem Gebäude richtig beginnen.

Haus für die Horex

Das Horex-Museum wurde 2012 als Dependance des Städtischen historischen Museums eröffnet . Es präsentierte neben der 200-jährigen Industriegeschichte Bad Homburgs die Entwicklung der hier gefertigten Horex-Motorräder. Als bekannteste Modelle gelten „Regina“ und „Imperator“ .

Insgesamt 24 445 Besucher kamen in den vergangenen sieben Jahren in das markante weiße Gebäude mit den runden Seiten an der Horexstraße, darunter viele Gruppen mit Kindern und Jugendlichen. Präsentiert wurden während dieser Zeit 16 verschiedene Ausstellungen.

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