Bad Homburg

Bad Homburg: Immobilienpreise steigen stark

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Die Preise für Immobilen kennen auch in der Kurstadt Bad Homburg nur eine Richtung. Bei den Mieten sind vor allem diejenigen mit dem wenigsten Geld am stärksten unter Druck.

Wer in Bad Homburg ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Laut dem Immobilienmarktbericht für 2018, den der zuständige Gutachterausschuss nun vorgelegt hat, sind die Preise für Gebäude und Grundstücke im vergangenen Jahr noch einmal angestiegen. Von einem „ungebrochen hohen Preisgefüge“ ist in dem Bericht die Rede.

Demnach haben Einfamilienhäuser gegenüber 2017 um etwa 20 Prozent zugelegt. Für freistehende Gebäude wurden 938.000 Euro gezahlt, für ein Reihenhaus waren im Schnitt 513 000 Euro fällig. Allerdings schwanken die Preise stark. Bei den freistehenden Einfamilienhäusern waren die Preise 2016 schon einmal ähnlich hoch (937.000 Euro), während sie im Jahr darauf auf 848.000 Euro gesunken sind.

Bad Homburg sei in Sachen Immobilien ein „privilegiertes Gebiet“, sagte Stephan Schlocker, eines der acht Mitglieder im Gutachterausschuss und Geschäftsführer eines Sachverständigenbüros. Für seinen Bericht hat der Ausschuss alle 2018 in der Kurstadt geschlossenen Kaufverträge ausgewertet. Sie müssen ihm von den beteiligten Notaren vorgelegt werden.

Die Nachfrage sei in fast allen Segmenten höher als das Angebot, konstatierte Schlocker. Wobei der Preis für eine Immobilie auch in Bad Homburg entscheidend von ihrer Lage abhängt. So schwanken die Bodenrichtwerte für Wohnbaugrundstücke zwischen 500 Euro in Obererlenbach und 1550 Euro pro Quadratmeter in den Villenvierteln der Kernstadt. Dort stehen dann auch naturgemäß die teuersten Objekte. Wobei die Villa, die 2018 mit 2,6 Millionen Euro den Spitzenpreis erzielt hat, noch vergleichsweise ein Schnäppchen war. Im Jahr zuvor hatte ein Käufer für eine andere Villa 7,9 Millionen Euro gezahlt.

Wenn es um die Mieten geht, könne man insgesamt keine exorbitanten Steigerungen feststellen, teilte Stephan Schlocker mit. Allerdings trifft es gerade diejenigen am stärksten, die am wenigsten Geld zur Verfügung haben. Im unteren Preissegment sei mächtig „Druck auf dem Kessel“, stellte das Mitglied des Gutachterausschusses fest. Wobei das Gremium keine Statistik über alle Mietwohnungen erstellt, sondern nur über die vermieteten Häuser und Wohnungen, die in dem entsprechenden Berichtsjahr verkauft worden sind. Danach mussten Mieter 2018 in einfach ausgestatteten Eigentumswohnungen 7,70 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlen, im Luxussegment sind es 17,20 Euro.

Verschärfend für den Bad Homburger Immobilienmarkt kommt hinzu, dass die Zahl der Kaufverträge seit Jahren rückläufig ist. Wechselten 2012 insgesamt 753 Immobilien den Eigentümer, waren es im vergangenen Jahr nur 496.

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