BAD HOMBURG

Bad Homburg feiert Hölderlins 250. Geburtstag

Bad Homburg: Stadt feiert den 250. Geburtstag des großen Dichters. Über 60 Veranstaltungen in acht Städten sponsort der Kulturfonds zu seinen Ehren.

Zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin, der am 20. März 1770 in Lauffen am Necker geboren wurde, würdigt der Kulturfonds Frankfurt RheinMain mit insgesamt 60 Veranstaltungen in acht Städten den bedeutenden Dichter: in Bad Homburg, Frankfurt, Hanau, Wiesbaden, Hofheim, Oestrich-Winkel, Offenbach und Darmstadt.

Ein Schwerpunkt des Veranstaltungsjahres liegt auf Bad Homburg, wo Hölderlin von 1798 bis 1800 und von 1804 bis 1806 lebte. Zentrale Werke wie „Patmos“ und die „Nachtgesänge“ entstanden hier. Seit 1983 verleiht die Stadt den Friedrich-Hölderlin-Preis und versteht sich daher nach den Worten von OB Alexander Hetjes (CDU) als die „hessische Hölderlinstadt schlechthin“. So sei es selbstverständlich gewesen, eine Kooperation mit dem Kulturfonds einzugehen, der das Jubiläum ebenfalls würdigen wollte.

Für das Hölderlinjahr hat sich Kuratorin Julia Cloot eine ganze Menge einfallen lassen. Schließlich sollte der Dichter nicht wissenschaftlich, sondern unkonventionell einer breiten Öffentlichkeit nahegebracht werden. Herausgekommen sind Veranstaltungen, die sich in die Themenschwerpunkte „Musikalisch“, „Szenisch“, „Bildnisse und Nachwirkungen“, „Installativ“, „Literarisch“, „Philosophisch“ und „Biografisch“ einordnen lassen.

Musikalisch nähert sich beispielsweise eine Gruppe von Humboldtschülern dem Thema an, die am 25. April (20 Uhr) im Kurtheater „Hölder – Das Musical“ aufführen wollen. Die Wirkung der Sprache Hölderlins in der Musik wollen Sopranistin Friederike Meinel und Pianistin „Vera Weht“ am 23. September in der Englischen Kirche aufzeigen. Die Galerie Artlantis zeigt vom 13. bis 29. März in der Sparte „Bildnisse und Nachwirkungen“ eine Ausstellung mit Schülerwerken, die sich mit Hölderlin auseinandergesetzt haben.

Einer der Höhepunkte des Veranstaltungsjahres ist die Ausstellung von originalen Hölderlinschriften. Diese befinden sich zwar im Besitz der Stadt, werden aber aufgrund der hohen Anforderungen in Stuttgart aufbewahrt. Eine davon, die Handschrift zu „Patmos“, wird vom 27. Mai bis zum 12. Juni in Bad Homburg ausgestellt. Spektakulär ist der Ausstellungsort: Aus Sicherheitsgründen mutiert der Tresorraum der Taunus-Sparkasse zum Schauraum.

Die ausstellung

Da es nur wenige Bildervon Hölderlin gibt, greifen Ausstellungsmacher immer wieder auf das gleiche Motiv zurück. „Das geprägte Bild“ heißt die neue Schau, die am Sonntag, 16. Februar, 11 Uhr, im Gotischen Haus eröffnet wird. Sie zeigt bis Sommer die Stationen des Dichters in Homburg, sein künstlerisches Werk und Wirken.

Zum Auftakt des Begleitprogrammsspricht am Sonntag, 1. März, 16 Uhr, Barbara Dölemeyer über „Ein Bildnis machen – frühe plastische Darstellungen Hölderlins“.

Museum im Gotischen Haus,
Tannenwaldweg 102, Bad Homburg

Hölderlin soll zudem am 19. und 20. Juni mit einem Schaufensterprojekt in Bad Homburger Geschäften „jedermann“ nähergebracht werden.

Schon jetzt dürfen sich Interessierte auf besondere Installationen freuen, zum einen „Ariadnefaden“, eine Text-Raum-Installation in der Schlosskirche vom 28. März bis zum 20. Mai und vor allem auf die Licht- und Soundinstallation des international renommierten Künstlers Philipp Geise in der Schlosskirche (23. bis 26. April).

Die Schau „Wenn über dem Weinberg es flammt“, vom 5. Mai bis 31. Oktober auf dem Gelände der Reimersstiftung am Wingertsberg, verspricht Überraschendes. Dabei handelt es sich um Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries.

Biografisch wird es bei geführten Wanderungen auf dem Hölderlinpfad von Bad Homburg nach Frankfurt, die für den 19. April und 10. Mai angeboten werden. Eine geplante Bad Homburger „Hölderlin-App“ führt zu den Hölderlinspuren in der Kurstadt. Dazu gibt es ausgewählte Texte von und Anekdoten über Hölderlin zu hören.

„Hölderlin ist aktuell und inspirierend für Künstler aller Sparten“, fasst Kuratorin Cloot das Veranstaltungsangebot zusammen.

Das ganze Programmgibt es unter: www.kulturfonds-frm.de

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