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Hölderlin erforschen

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Von: Miriam Keilbach

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Barbara Dölemeyer, Gregor Maier, Edelgard Handke von der Schlösserverwaltung und Kai Mathieu feiern Hölderlins Geburtstag.
Barbara Dölemeyer, Gregor Maier, Edelgard Handke von der Schlösserverwaltung und Kai Mathieu feiern Hölderlins Geburtstag. © Weis

Ein Netzwerk will Veranstaltungen und Forschungen über den Dichter bündeln. Des Weiteren ist ein Nachwuchspreis für Schüler und Studenten ausgelobt.

Ein Netzwerk will Veranstaltungen und Forschungen über den Dichter bündeln. Des Weiteren ist ein Nachwuchspreis für Schüler und Studenten ausgelobt.

Wenn aus der Tiefe kommt der Frühling in das Leben, Es wundert sich der Mensch“, heißt es in dem Gedicht „Der Frühling“ von Friedrich Hölderlin. Zum 243. Geburtstag las Barbara Dölemeyer vom Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg gestern am Hölderlindenkmal im Kurpark aus dem Gedicht vor.

Passend zum Geburtstag des Dichters hatte sie auch Neuigkeiten in Sachen Hölderlin zu verkünden. So plant der Geschichtsverein, zusammen mit dem Förderverein Kreisarchiv und der Stiftung Erhaltung Bad Homburger Schloss ein Netzwerk zu gründen, in dem Veranstaltungen und wissenschaftliche Arbeiten zu Hölderlins beiden Aufenthalten in Bad Homburg gebündelt werden.

Kai Mathieu, Vorsitzender der Stiftung, sagte, er habe sich auf dem Neujahrsempfang der Stadt mit Dölemeyer und der Stadthistorikerin Gerta Walsh unterhalten. „Wir hatten den Eindruck, dass es gute Einzelaktionen zu Hölderlin gibt, dass ein gemeinsames Netzwerk aber etwas Gutes wäre.“ Man habe auch den Anspruch, dass die Hölderlin-Forschung wieder aktiv werde.

So wandte sich Mathieu an alle Bad Homburger Institutionen, die sich zum Thema Hölderlin engagieren; neben den genannten auch das Schloss Bad Homburg, der Kreis und die Stadt Bad Homburg, die das Projekt laut Sprecher Andreas Möring befürwortet: „Wir sind dankbar für jede Idee.“ Die Stadt plant, ein Zimmer in der Villa Wertheimber als Studierzimmer einzurichten. Zudem ist die Stadt im Besitz von Handschriften Hölderlins, die derzeit in Stuttgart lagern. Es ist allerdings noch offen, wie damit verfahren wird. Das Schloss würde etwa seine Bibliothek für Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Preis mit 1500 Euro dotiert

Konkreter geplant ist noch nichts, die Idee steht erst am Anfang: „Aber wir hoffen, in einem Jahr über ein erfolgreiches Hölderlin-Jahr berichten zu können“, sagt Gregor Maier vom Förderverein Kreisarchiv. „Wir wollen künftig öfter an einem Tisch sitzen und sehen, was man zusammen machen kann“, so Mathieu. „Der Hölderlin-Pfad nach Frankfurt bietet sich als Plattform an, zum Beispiel für Literaturwanderungen“, sagt Maier. Der Kreis plane 2014 auch eine Ausstellung mit Künstlerbüchern von Hölderlin.

Ziel des Netzwerkes sei es nicht nur, verschiedene Veranstaltungen zu koordinieren, sondern auch Hölderlin als Thema der Wissenschaft voranzubringen und ihn im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. „Hölderlin war zwar nur zweimal zwei Jahre in Bad Homburg, aber es waren Schlüsselmomente in seinem Leben“, so Maier.

Darüber hinaus lobt der Geschichtsverein einen Nachwuchspreis zum Thema „Hölderlin und Homburg“ aus, der sich an Schüler und Studenten richtet. Sie sollen bis zum Jahresende wissenschaftliche Arbeiten – von der Forschungsarbeit bis zum Ausstellungskonzept – einreichen. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Zu erforschen gibt es laut Dölemeyer einiges: zum Beispiel, wie Hölderlin von der Französischen Revolution beeinflusst wurde oder inwiefern er durch seine Freundschaften Bezug zur Romantik hatte.

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