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In der sanierten romanischen Halle: Verwaltungsdirektor Karl Weber und Anja Dötsch von der Denkmalpflege.
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In der sanierten romanischen Halle: Verwaltungsdirektor Karl Weber und Anja Dötsch von der Denkmalpflege.

Sanierung Schlossmauer

Höhlengänge unterm Schlosshof

Unerwarteter Fund: Bei der Sanierung der Schlossmauer entdeckt ein Arbeiter Höhlengänge unter dem Schlosshof. Die Geschichte des Schlosses muss nun neu geschrieben werden, alte Bausubstanz wurde entdeckt. Eine Dissertation über die neusten Erkenntnisse ist in Arbeit.

Von Martina Propson-Hauck

Unerwarteter Fund: Bei der Sanierung der Schlossmauer entdeckt ein Arbeiter Höhlengänge unter dem Schlosshof. Die Geschichte des Schlosses muss nun neu geschrieben werden, alte Bausubstanz wurde entdeckt. Eine Dissertation über die neusten Erkenntnisse ist in Arbeit.

Da staunte der Polier der Natursteinfirma nicht schlecht: Während er dabei war, den Zement von den Steinen der Stützmauer des oberen Schlosshofs abzuklopfen, kullerte ein Stein in einen Zwischenraum. Als er nachsah, wohin der führte, entdeckte er „gangartige Höhlen“, wie das Karl Weber, Direktor der Schlossverwaltung ausdrückt. Die habe man unter dem Schlosshof, auf dem gegenwärtig gerade die Buden für den Weihnachtsmarkt aufgebaut werden, bislang nicht vermutet. Spaziergänger können vom Schlosspark aus sehen, wo ein solcher Gang hineinführe, denn die Steine der Mauer bleiben nun unverputzt offen liegen. Dort, wo sich ein Bogen im Mauerwerk abzeichnet, befand sich der Zugang .

Diese und weitere Erkenntnisse aus den Sanierungsarbeiten am Schloss wertet gegenwärtig ein Bauforscher für seine Dissertation aus. „Uns war auch vorher schon klar, dass der Königsflügel ältere Substanz birgt, aber nicht , in welchem Ausmaß“, sagt Weber. Man habe Spuren aus dem Mittelalter und der Renaissance gefunden. Die ursprüngliche Burg, Vorläufer des Schlosses, wird auf mindestens 12. Jahrhundert datiert, die Stützmauer hin zum Park stammt aus dem Hochmittelalter. Die größten Um- und Neubauten erlebte die Anlage ab 1680. Doch bevor Weber eine Neuschreibung oder Umdatierung der Schlossgeschichte verkündet, müssten erst sämtliche „Puzzleteile“ miteinander verglichen werden.

Bröckeliges Mauerwerk

Die jetzt teilweise abgeschlossenen umfangreichen Sanierungsarbeiten erlauben Einblicke ins Mauerwerk, die zuvor nicht möglich waren. Für 330 000 Euro sind in den letzten Monaten die Stützmauer sowie die Fassaden des Bibliotheks- und des Archivflügels restauriert worden. Nicht einmal 10 Prozent der gesamten Schlossfassade sind damit allerdings nun erneuert. Auch die romanische Halle ist für weitere 100 000 Euro saniert worden. Feuchtigkeit hatte ihr zugesetzt, die Kapitäle bröckelten und Versalzungen setzten dem Mauerwerk zu. Teile der Halle stammen aus dem Mittelalter. Kaiser Wilhelm II. hatte sie als Geschenk eines russischen Generals erhalten und Louis Jacobi 1901 beauftragt, sie am Schloss anzubauen. Jetzt erstrahlt sie in hellem Eierschalweiß und nicht mehr in Oliv wie zuvor.

Während der umfangreichen Bauarbeiten war im Bibliotheksflügel hinter der romanischen Halle die Hölderlin-Ausstellung in der Bibliothek fast ein Jahr lang nicht zu besichtigen. Die 2006 eingerichtete Ausstellung zeigt unter anderem Faksimiles der Handschriften. An Bildschirmen kann man sich durch Hölderlins Leben und Werk klicken. Es gibt weder einen Schreibtisch noch ein Zimmer Hölderlins. Dafür aber einen Dokumentarfilm, den der SWR unter dem Titel „Hölderlin – Schicksalsjahre in Homburg“ produziert hat. Der läuft in der Ausstellung und ist als DVD im Museumsshop erhältlich.

Bis Weihnachten ist die Hölderlinausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen.

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