Hochtaunus

Hochtaunus: Mehr Zeitarbeiter ohne Job

Beim Rückblick auf das Jahr 2019 zeigte die Argentur für Arbeit Bad Homburg eine ungewöhnliche Entwicklung auf: Es gab mehr Kurzzeit- und weniger Langzeitarbeitslose.

Laut Matthias Oppel, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bad Homburg, zeigte sich der Arbeitsmarkt 2019 für den gesamten Bezirk, zu dem außer dem Hochtaunuskreis der Main-Taunus-Kreis und der Landkreis Groß-Gerau gehören, insgesamt weiterhin aufnahmebereit. Es gibt demnach ein ausreichendes Angebot an Arbeitsplätzen.

Zugleich aber gebe es deutliche Signale, die für die Zukunft aufmerken ließen. Oppel nennt hier ein Plus bei Kündigungen, Betriebsschielungen und einen Anstieg bei den Beziehern von Arbeitslosengeld I.

Im Hochtaunuskreis waren 2019 im Jahresdurchschnitt 4060 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 1,5 Prozent. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,4 Prozent. Dabei gab es einen deutlich Anstieg bei den Arbeitslosengeld-I-Beziehern. Hier kletterten die Zahlen von 1641 Menschen (2018) auf 1746 im vergangenen Jahr. Das sind 6,4 Prozent mehr. Zugleich waren deutlich weniger Frauen und Männer auf das Arbeitslosengeld II angewiesen (SGB II). Bei dieser Grundsicherung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte sanken die Zahlen um 1,9 Prozent von 2359 (2018) auf 2 313 (2019).

Diese Mehr beim Arbeitslosengeld I bei gleichzeitiger Abnahme bei den Langzeitarbeitslosen bewertet Oppel als ungewöhnlich. Plausible Gründe für diese Entwicklung konnte er zwar nicht nennen, wohl aber, dass vor allem Zeitarbeiter und Mitarbeiter aus den Bereichen Handel und Logistik von (neuer) Arbeitslosigkeit betroffen sind. Bemerkenswert sei auch, dass bei denen, die ihre Langzeitarbeitslosigkeit beendet hätten, der Anteil der Ausländer leicht über dem der Deutschen gelegen habe. Ein Grund dafür sei, dass viele Geflüchtete nach Deutschkursen und anderen Qualifikationen nun bereit gewesen seien, im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, heißt es bei der Arbeitsagentur.

Das Gegenteil davon haben diejenigen erlebt, deren Betriebe schließen mussten. Deren Anzahl hat im gesamten Agenturbezirk von zwölf Betrieben (2018) auf 17 Betriebe im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt waren knapp 1 850 Arbeitnehmer betroffen, davon alleine die 300 Beschäftigte des insolvent gegangenen Oberurseler Reiseanbieter Thomas Cook Deutschland, für die die Arbeitsagentur Bad Homburg zuständig war – insgesamt waren 900 Mitarbeiter betroffen.

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