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Brigitte Buchsein ertastet den neuen taktilen Lageplan. Renate Hoyer

Projekt

Hilfe für Sehbehinderte

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Ein taktiler Lageplan soll in Bad Homburg Menschen mit Beeinträchtigungen die Orientierung erleichtern.

Ein Dreieck symbolisiert den aktuellen Standort, rote Punkte zeigen an, wo die Taxen parken. Aber auch die Gehwege, die Grünanlagen oder der Brunnen auf dem Bahnhofsplatz haben jeweils eigene Symbole. Seit kurzer Zeit hilft ein taktiler Lageplan Menschen, die blind sind oder deren Sehfähigkeit eingeschränkt ist, dabei, sich auf dem Platz vor dem Bad Homburger Bahnhof zu orientieren.

Platziert wurde der Plan unter der Anzeige für die Abfahrzeiten der Stadtbusse neben dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und somit in direkter Nachbarschaft der Walking Woman. Für die Umsetzung und Betreuung des Projekts ist Lisa Strissel von der städtischen Beratungsstelle für Menschen mit Beeinträchtigung zuständig, teilt die Stadt mit.

„Die Bedeutung eines solchen Übersichtsplans liegt auf der Hand: So sollen sich auch Blinde und Sehbeeinträchtigte an diesem zentralen Ort unserer Stadt orientieren können“, erklärt die zuständige Dezernentin, Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD).

Wo fahren die Busse ab, wo findet man einen Behindertenparkplatz und wo geht in Richtung Innenstadt? Der taktile Orientierungsplan gibt auf all die Fragen Antworten. Das Modell ist kontrastreich gestaltet und bildet den gesamten Bahnhofsvorplatz und den Zentralen Omnibusbahnhof ab.

Doch wie finden eine blinde Person oder Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Sehbeeinträchtigung auf dem großen Bahnhofsplatz die Tafel? Auch daran wurde gedacht. Ein konstanter Klopfton, wie man ihn von den Ampelanlagen kennt, weist den Weg. Die einzelnen Haltebuchten auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) werden durch Nummern dargestellt und zeigen an, an welcher Bucht welche Buslinien abfahren. Die dazugehörige akustische Ansage kann durch das Drücken der einzelnen Knöpfe, die von 1 bis 12 durchnummeriert sind, abgerufen werden. Jede Ziffer steht für eine Haltebucht.

An der dynamischen Fahrgastinformationsanlage (kurz: DFI-Anlage) befinden sich seitlich gelbe Knöpfe, ähnlich wie die Taster an den Ampeln, hier können zudem Informationen über die Abfahrzeiten der einzelnen Buslinien abgerufen werden. Die Kosten für das taktile Modell belaufen sich auf rund 20 000 Euro. kek

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