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Die Leiterin Standesamtes Gabriele Caspari wartet auf Heiratswillige.
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Die Leiterin Standesamtes Gabriele Caspari wartet auf Heiratswillige.

Bad Homburg

Heiraten am Jugendstilkamin

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Die Sanierung der Villa Wertheimber ist abgeschlossen. Wer seine Hochzeit in dem denkmalgeschützten Gebäude feiern will, darf allerdings nicht auf den Cent schauen.

Hohe Stuckdecken und Holzsäulen mit ionischen Kapitellen, dazu ein Kamin im Jugendstil – ein Gebäude wie die Villa Wertheimber ist selbst im mondänen Bad Homburg eine Rarität. Zumal die Villa von einem großen Park umgeben ist, der als Gustavsgarten einst Teil der landgräflichen Gartenlandschaft war.

Für 5,6 Millionen Euro hat die Stadt das denkmalgeschützte Gebäude, das nach dem Krieg als neurologische Klinik genutzt worden war, in den vergangenen Jahren sanieren lassen. Inklusive Kaufpreis kamen damit Kosten von 13 Millionen Euro zusammen. Im Laufe dieses Jahres sollen nun noch die Außenanlagen hergerichtet werden.

Die Bausubstanz der Villa habe sich als recht gut erwiesen, berichtet der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Enzo Spadano. Abgerissen wurden hingegen mehrere Anbauten, die nicht unter Denkmalschutz standen, bis auf einen, den das Stadtarchiv als Magazin nutzt. Bereits im vergangenen Jahr ist das Stadtarchiv zudem mit Lesesaal und Büros in die oberen Stockwerke der Villa eingezogen. Nun ist auch das Erdgeschoss fertig renoviert. Es soll für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, man könne es aber auch für Privatfeiern mieten, erklärt Spadano.

Das gilt demnächst auch für Hochzeiten. Die Villa Wertheimber werde ab Mai als weitere Dependance des Bad Homburger Standesamtes dienen, kündigt dessen Leiterin Gabriele Caspari an. Allerdings werde es 2018 nur fünf Termine geben, die auch schon reserviert sind. „Die Anfragen sind enorm.“

Dabei ist das Heiraten in der Villa kein günstiges Vergnügen. Denn dazu muss man das Gebäude für einen ganzen Tag mieten, kann es dann aber auch für die Feier nutzen. Aktuell werden dafür 1000 Euro fällig, ab 1. April wird sich die Miete aber voraussichtlich auf 1300 Euro erhöhen, kündigt Enzo Spadano an. Über den genauen Betrag werden demnächst die Stadtverordneten abstimmen.

Die Einnahmen seien allerdings auch dringend nötig, betont Bürgermeister und Stadtkämmerer Karl Heinz Krug (SPD). Schließlich fielen für Zinsen, Abschreibungen und Betriebskosten 250 000 bis 300 000 Euro pro Jahr an. Und das sei auch für eine wohlhabende Stadt wie Bad Homburg kein Pappenstiel.

Derweil haben sich Mitarbeiter und Nutzer des Stadtarchivs in ihren neuen Räumen gut eingelebt. Die Arbeitsbedingungen hätten sich deutlich verbessert, berichtet Archivleiterin Astrid Krüger. „Es ist geräumiger, und die Besucher haben nun alle einen eigenen Platz.“

Außerdem biete die Villa mit dem Park mehr Möglichkeiten für neue Angebote. So wird es in diesem Jahr erstmals eine Veranstaltungsreihe für Kinder geben. Dabei soll zunächst eine kleine Geschichte vorgelesen werden; anschließend können die Kinder hinter die Kulissen des Stadtarchivs blicken und auch einmal an den Kurbeln der großen Rollregale drehen. Drei Termine stehen bereits fest: Am 6. Februar geht es um Winterfreuden, am 15. Mai um Sport im Kurpark und am 19. Juni um das Gordon-Bennett-Rennen. Zudem wird das Stadtarchiv am 14. Juli erstmals unter dem Motto „Europa im Garten“ ein großes Sommerfest feiern.

Inhaltlich freut sich Astrid Krüger besonders auf den 3. März. Denn am „Tag der Archive“ wird die Werner-Reimers-Stiftung Archivalien des Bad Homburger Traditionsunternehmen P.I.V. an das Stadtarchiv übergeben. Leider sei es nicht selbstverständlich, dass Firmen Unterlagen an die kommunalen Archive weitergeben, sagt Krüger. Dabei seien sie eine wichtige Quelle, um das Leben der Menschen in früheren Zeiten nachvollziehen zu können.

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