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Nach der Sanierung soll das Gotische Haus im Dezember 2022 wieder eröffnen. 

Bad Homburg

Gotisches Haus vor der Sanierung

Die Ausschreibung läuft bis Januar, Arbeiten im Inneren sollen Anfang 2021 beginnen.

Wenn die Bad Homburger Stadtverordneten heute Abend den Haushalt beschließen, bringen sie damit auch ein Projekt auf den Weg, auf das viele Geschichtsliebhaber lange gewartet haben: die Sanierung des Gotischen Hauses, dem Standort des städtischen Museums, auf Grundlage der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016. Die Ausschreibung der konkreten Planung läuft, bis Ende Januar können Firmen Angebote einreichen.

Auch der weitere Zeitplan steht bereits grundsätzlich fest: Der Zuschlag soll voraussichtlich im März erteilt werden, dann geht es an die Detailplanung. Die eigentliche Sanierung beginnt mit den „Abbrucharbeiten“ im Inneren im Januar 2021. Bereits zwei Monate später sollen die Rohbauarbeiten starten. Die Inbetriebnahme des sanierten Hauses ist laut Ausschreibung für Dezember 2022 geplant. In dieser Zeit soll sich das Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute Haus, das eine wechselvolle Geschichte durchlebte, seit 1977 unter Denkmalschutz steht und im Dezember 1980 vollständig ausbrannte, innen, aber auch außen wandeln.

Grundlage für die Sanierung soll die Konzeptstudie eines Architekturbüros sein. Und die sieht nicht nur vor, den Eingang (wieder) auf die Südseite, Richtung Tannenwaldallee / Elisabethenschneise, zu verlegen, sondern auch einige der markanten Fenster nach historischem Vorbild zu verkleinern.

Mit der Verlegung des Eingangs gehen weitere Veränderungen einher. Zwar bleibt es dabei, dass Besucher des Cafés und des Museums dieselbe Tür nutzen sollen, der Eingangsbereich wird jedoch wesentlich großzügiger sein als derzeit.

Während es rechts ins Café geht“ – dort gibt es Überlegungen, ein Teil der Decke herauszunehmen, um dem Raum mehr Höhe zu verleihen – wird sich links der Kassenbereich mit Museumsshop finden. Dahinter sind Garderoben und Schließfächer geplant, bevor der Rundgang durch die Ausstellung beginnt. Die Stadt hat als Ziele für die Sanierung die „deutliche funktionale Trennung von Museumseingang (Kasse, Verkauf von Publikationen, Überwachung der Räume durch Kameras) und Betrieb der Cafeteria“ formuliert.

Der Entwurf sieht für das Café mit Nebenräumen 180 Quadratmeter vor, für das eigentliche Museum sind es 500 Quadratmeter. Hinzu kommt die Museumsbibliothek (250 Quadratmeter), ein kleiner Saal für Veranstaltungen (100 Quadratmeter), fünf Büros (ebenfalls 100 Quadratmeter) sowie Lagerfläche und Werkstatt (180, beziehungsweise 75 Quadratmeter) und eine Fläche für die Museums- pädagogik (50 Quadratmeter). Die Außenbewirtschaftung des Cafés soll vor dem Eingangsbereich angesiedelt werden.

Dadurch, dass das Haus im Laufe der Zeit im Inneren häufiger umgebaut wurde, sind die denkmalrechtlichen Hürden nicht allzu hoch. Das erleichtert die Umsetzung eines weiteren Ziels: Das Haus soll barrierefreier werden, erhält ein zweites Treppenhaus und eine neue Aufzuganlage. Vor allem in den beiden obersten Geschossen, in denen bis 2017 das Stadtarchiv untergebracht war, wird sich der Raumzuschnitt zudem massiv ändern.

Das oberste Stockwerk ist künftig komplett für die Technik reserviert. Die soll gewährleisten, dass alle Museumsräume, also Ausstellungsräume und Depots, fachgerecht klimatisiert werden – unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Stoffen, Papier, Gemälden und Holz.   

Von Harald Konopatzki

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