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Der Bad Homburger Golfplatz ist bereits 2011 erweitert worden.

Bad Homburg

Golfplatz-Ausbau spaltet Koalition

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Die SPD lehnt Eingriffe in den Stadtwald ab. Die CDU wehrt sich gegen „Denkverbote“ und macht deshalb gemeinsame Sache mit der FDP.

Von einem „hochemotionalen Thema“ sprach Oliver Jedynak. Und damit hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende fast noch untertrieben. Denn der mögliche Ausbau des Golfplatzes in Dornholzhausen sorgte nicht nur für eine intensive Diskussion im Stadtparlament, sondern auch für überraschende politische Konstellationen.

In der Abstimmung über ein Zukunftskonzept für den Golfplatz gingen die Koalitionspartner CDU und SPD am Donnerstagabend getrennte Wege. Während die Sozialdemokraten sich mit Grünen und Bürgerliste Bad Homburg (BLB) klar gegen jeden Eingriff in den Stadtwald aussprachen, wollte die CDU diese Möglichkeit zumindest nicht ausschließen. „Wir sind gegen Denkverbote“, betonte Oliver Jedynak.

Und so setzte sie schließlich in einem gemeinsamen Antrag mit der FDP ein ergebnisoffenes Konzept durch, das der Magistrat nun zusammen mit dem Golfclub, beteiligten Behörden, dem Ortsbeirat Dornholzhausen und interessierten Bürgern erarbeiten soll. So lange muss die Stadtverwaltung eine Veränderung des gültigen Bebauungsplans zurückstellen. Dem stimmten schließlich auch die AfD-Vertreter und der Solo-Stadtverordnete Peter Braun zu.

Dagegen wollten SPD, Grüne und Bürgerliste Bad Homburg (BLB) schon jetzt einen Ausbau des Golfplatzes über die bereits vorhandenen Fläche hinaus ausschließen. „Der Stadtwald darf nicht angetastet werden“, forderte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Daniela Kraft. Sie verwies auf die Bedeutung des Waldes für Erholung, Klima und als Wasserspeicher.

Jürgen Stamm (SPD) erinnerte daran, dass die Stadt bereits 2011 mit dem Ausbau des Areals in Dornholzhausen ein altes Versprechen an den Golfclub eingelöst habe. Allerdings sei die Fläche dort nun einmal begrenzt. „Es ist etwas anderes, ob man an den Röderwiesen spielt oder in Weilrod.“

Armin Johnert (BLB) räumte ein, dass der Golfclub „eine große Bereicherung für die Stadt“ sei. Es müsse aber möglich sein, dass dieser seine Spielflächen auf dem vorhandenen Areal erweitere – was ihm einige „alte Hasen“ aus dem Verein im persönlichen Gespräch auch signalisiert hätten.

Ähnlich hatte sich auch der bisherige Vorsitzende Robert Gaertner im Gespräch mit der FR geäußert. Sein Nachfolger Ralf Klinge schreibt nun indes von „fehlenden Flächen“ und dem Wunsch nach einem „wettbewerbsfähigen Turnierplatz“.

Um den zu schaffen, seien ein oder zwei zusätzliche Bahnen nötig, erläuterte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Dazu müsse man allerdings nicht die gesamten in Rede stehenden 4,4 Hektar abholzen, betonte der Rathauschef. Zudem würden alle betroffenen Bäume an anderer Stelle auf dem Areal wieder nachgepflanzt. Hetjes erinnerte daran, dass das Gelände an den Röderwiesen früher eine „Müllbrache“ gewesen sei, die der Golfclub prächtig hergerichtet habe. „Kein anderer Verein in der Stadt tut so viel für den Umweltschutz.“ Nun gehe es darum, einen Kompromiss zu finden, um dem Golfclub eine Zukunft zu ermöglichen.

Dies könnte aber auch für Hetjes’ eigene Partei zur Nagelprobe werden: In der CDU gebe es dazu sehr unterschiedliche Auffassungen, räumte Fraktionschef Jedynak offen ein.

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