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Archiv geht in Villa Wertheimber

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Von: Andrea Herzig

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Die Exklusivität von früher soll bald dem Bürger offen stehen: Villa Wertheimber und der Gustavsgarten.
Die Exklusivität von früher soll bald dem Bürger offen stehen: Villa Wertheimber und der Gustavsgarten. © Michael Schick

Die Villa Wertheimber in Bad Homburg wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den alten Prachtbau werden das Stadtarchiv einziehen und repräsentative Räume für die Stadt entstehen. Der Garten wird nach alten Plänen rekonstruiert.

Die Villa Wertheimber in Bad Homburg wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den alten Prachtbau werden das Stadtarchiv einziehen und repräsentative Räume für die Stadt entstehen. Der Garten wird nach alten Plänen rekonstruiert.

Einen Sinn fürs Schöne hatten sie ohne Zweifel, der Erbauer Franz von Hoven, Architekt aus Frankfurt, und seine Geldgeber, die Bankiersfamilie Wertheimber. Die Villa im Gustavsgarten, einem Teil der Landgräflichen Gartenlandschaft, ist von außen und innen ein (recht gut erhaltener) Prachtbau. Jetzt werden Garten und Gebäude einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Unter anderem das Stadtarchiv zieht hinein und es entstehen „repräsentative Räume“, welche die Stadt nutzen wird, die aber auch jeder Bürger mieten kann.

Vor Einzug von Archiv und Öffentlichkeit steht eine Menge Arbeit. Die Gebäude aus den 70ern der ehemaligen neurologischen Klinik sind bereits entfernt und nun ist man froh, „dass es endlich losgeht“, sagt Kulturdezernentin Beate Fleige. Deren Pläne mit der Villa umfassen mehrere Projekte.

Da ist das Archiv, das endlich aus seinen beengten Platzverhältnissen im Gotischen Haus befreit werden könne. Im ersten Stock der Villa wird ein Leseraum für das Archiv entstehen, daneben gibt es Räume für die Verwaltung, die eigentlichen Archivalien können in einem Anbau an die Villa, den man stehengelassen hat, trocken und sicher beheimatet werden.

Außerdem soll ein Hölderlinkabinett (im repräsentativen Frühstückszimmer) und eine kleine Hölderlin-Wohnung entstehen, die dann Wissenschaftlern und Schriftstellern zur Verfügung steht. Unter dem Dach hat ein Maler Decken und Wände mit Himmelblau und weißen Wolken bemalt, darunter sind die Villa selbst und der Gustavsgarten im englischen Landschaftsstil zu sehen. Hier möchte Fleige das Arbeitszimmer des 1985 in Bad Homburg verstorbenen Künstlers Benno Walldorf ausstellen. Im Parterre wird eine Catering-Küche eingebaut, der Dorische Tempel im Gustavsgarten könnte, so Fleige, eine kleine Caféteria beherbergen für die Besucher des Garten und des Archivs.

Vor die schönen Aussichten schieben sich aber die Renovierungsarbeiten. Die elektrischen Leitungen sind im Vorkriegszustand, Fenster müssen ausgetauscht werden, das Dach geprüft und ausgebessert. Im zweiten Geschoss hatte man Rigipswände verbaut, ins hintere Treppenhaus kommt ein Aufzug, der das Haus behindertengerecht macht. Auch der Garten soll rekonstruiert werden, alte Pläne liegen vor.

Für all das gibt es auch einen Kostenrahmen, 4,2 Millionen Euro. „Das ist nur eine Schätzung“, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi vorsichtig, die Summe ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Genauere Berechnungen folgen, wenn es an die Bauanträge, Fachplanungen und Ausschreibungen geht, das werde dauern. Im Laufe des Jahres 2016 könne der Umzug dann hoffentlich beginnen.

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