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Von Frankfurt profitiert

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Bürgermeister Krug (links) mit Hans-Jürgen Bendel von Commerzreal.
Bürgermeister Krug (links) mit Hans-Jürgen Bendel von Commerzreal. © privat

Der Bürgermeister von Bad Homburg Karl Heinz Krug spricht im FR-Interview über seine Kontakte auf der Expo Real und wie seine Stadt vom Windschatten Frankfurts profitiert.

Bürgermeister Karl Heinz Krug berichtet von der Immobilienmesse Expo Real in München, auf der die Stadt mehrere Bauprojekte beworben hat.

Welche Immobilien und Projekte hat das Bad Homburger Team in München vermarktet?

Den Natural Balance Campus an der Basler Straße, die Marienbader Höfe, zwei Büroobjekte auf der Südseite des Bahnhofs und Wohnbauprojekte wie das Vickers-Areal und das Gelände des alten Krankenhauses oder den Südcampus.

Wer kam an Ihren Stand?

Zum Beispiel Projektentwickler, die konkret fragen: Was planen Sie in der Stadt, wie könnte man mein Projekt bei Ihnen umsetzen? Unsere Partner hatten viele Gespräche mit potenziellen Mietern, die Bürofläche für 1500 oder auch 15 000 Quadratmeter suchen. Passt das, was wir haben? Kann man es umbauen? Es kommen auch Makler, die den Standort und seine Vorteile erkunden. Wir haben zur Messe wieder einen aktuellen ContactPunkt, unsere Standortzeitschrift, produziert. Darin dargestellt sind die Vorzüge unseres Standorts.

Haben Sie unerwartete Kontakte geknüpft?

Naja, grundsätzlich weiß man, mit wem man es zu tun hat. Investoren, Immobilienentwickler, Makler, Mieter und Standortsucher. Aber so viele Gespräche und Kontakte, das schafft man nur auf einer Messe. Im Büro wäre da ein halbes Jahr mein Kalender voll.

Region tritt gemeinsam auf

Das Vertrauen in die deutsche Immobilienwirtschaft ist groß, dazu das prosperierende Rhein-Main-Gebiet, da müssten die Investoren ja Schlange gestanden haben bei Ihnen.

Das taten sie, aber nicht nur bei uns. Die ganze Region hatte einen tollen Auftritt. Wie gut wir aufgestellt sind, kann man auch sehen, wenn man mal bei anderen Metropolregionen vorbeischaut.

Muss man sich im Schatten von Frankfurt mit etwas Besonderem absetzen oder profitiert man vom Windschatten der großen Nachbarin?

Man profitiert vom Frankfurter Licht. Jeder hat seine Stärken. Investoren der Industrie wenden sich an Frankfurt, wir sind als Bürostandort unter anderem für Pharma- und Gesundheitsunternehmen besonders interessant. Und: Jeder, auch in San Francisco, kennt Frankfurt, aber nicht unbedingt Bad Homburg. Deshalb treten wir als Region gemeinsam auf.

Büros in Toplage sind nachgefragt, in der Peripherie nicht. Gilt das auch für Homburg?

Im Vergleich zur Frankfurter Taunusanlage sind wir Peripherie. Viele schätzen aber auch den Vorteil dieses Standortes. Man kann schneller runter von der Autobahn, raus aus dem Stau. Wir haben optimale Schienen-Anbindungen und sind bestens erreichbar. Auch wir haben Toplagen: rund um den Bahnhof, eng angebunden an ÖPNV und Innenstadt.

Wohnraum als wichtiges Thema

Frankfurt redet viel über die Umwandlung von Büroflächen in Wohnungen. War das Thema Wohnraum für Sie ein wichtiges auf der Messe?

Ja, zunehmend. Die Expo Real ist keine reine Messe für Gewerbeimmobilien mehr. Die Umwandlung läuft bei uns bereits, am Europakreisel gibt es Wohnungen auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke, als nächstes das Lilly-Gelände in Dornholzhausen, dann das Vickers-Gelände und der Südcampus. Manchmal sage ich schon: Achtung, wir brauchen auch Gewerbeflächen, um die Gewerbesteuer zu sichern.

Ihre Partner waren bereits 2012 mit denselben Projekten dabei, geht es nicht vorwärts?

Solche Projekte brauchen viel Vorlauf, manches geht nicht ganz so schnell wie erhofft. Da müssen zum Beispiel erst mal genug Mieter beisammen sein, bis die Bagger anrollen. Meines Wissens hat sich die Messe für alle drei Partner in diesem Jahr gelohnt.

Und, haben Sie sich den Mund fusselig geredet?

Sicher. Vor allem der Dienstag war sehr dicht.

Interview: Andrea Herzig

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