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Das Bild der Kaskade in einer Zeitschrift von 1913. Es diente als Grundlage der Rekonstruktion.

Bad Homburg

Fehlt nur noch der Regen

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Im Bad Homburger Schlosspark haben die Schlossgärtner einen historischen Wasserfall rekonstruiert. Jetzt soll es wieder rauschen, falls es mal wieder regnet.

Es war ein extrem trockenes Jahr, das Bauern und Gartenbesitzern schwer zu schaffen machte. Für die Bad Homburger Schlossgärtner hatte die lange Trockenheit auch ein Gutes: Sie nutzten das Austrocknen des Altbachs, der den unteren Parkbereich durchfließt, dazu, einen historischen Wasserfall, eine Kaskade, zu rekonstruieren.

Dazu verwendeten sie die noch vorhandenen, aber im Bachbett verteilten Steine. Rund zwei Tage arbeiteten die Gärtner daran. Jetzt hoffen sie auf Regen, um den wiedererrichteten Wasserfall rauschen zu hören.

Gartenmeister Peter Vornholt hatte die vergessene Anlage in einer Ausgabe der Zeitschrift „Gartenflora“ entdeckt. Das damalige Fachblatt für Gartenbau beschrieb die Kaskade samt Foto im Jahr 1913. Vermutlich sei sie aber älter, sagt er. Damals wohnten Kaiser Wilhelm II. und seine Gemahlin Auguste Viktoria immer wieder hier.

Zu sehen ist auf dem Foto eine mit Natursteinen ausgebaute Stufe im Bett des Altbachs, von einer Trauerweide und einem Nadelbäumchen gesäumt. Die Senke unter der Kaskade im Südwesten des Schlossparks wurde als Altbachtal bezeichnet.

Das Wasserrauschen in der Nähe des „Fantasie“ genannten Bereichs, der einst den Charakter eines Lusthains hatte, sollte die romantische Stimmung des Parks unterstreichen. Schon Christian Cay Lorenz Hirschfeld, ein Theoretiker des frühen deutschen Landschaftsgartens, hielt am Ende des 18. Jahrhunderts fest, dass ein kleiner Wasserfall „immer durch das Geräusch dem Ohr gefallen“ werde.

„Wir hatten die Steine schon mal probeweise verlegt, als der Bach Wasser führte, und gleich begann es zu rauschen. Das hat uns natürlich gefreut“, sagt Vornholt. 

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