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In der Kurstadt wird derzeit für das Wimbledon-Vorturnier viel gebaut: Hier, auf dem Clubgelände am Kurpark, entstehen die Wettkampf-Plätze, auf dem HTG-Gelände die Trainings-Courts. Renate hoyer

Bad Homburg

150 000 Euro für die „Bad Homburg Open“

Das Land Hessen fördert den Bau von drei Trainings-Tennisplätzen für das Wimbledon-Vorturnier. Die Bad Homburger Erde ist allerdings für den vorgeschriebenen englischen Tennisrasen nicht geeignet.

Der Unterbau für die neuen Tennisplätze ist fast fertig: Auf dem Gelände der Homburger Turngemeinde (HTG) am Nieder-stedter Weg entstehen derzeit drei Rasen-Courts für die „Bad Homburg Open“. Das neue Turnier der Women’s Tennis Association (WTA), der Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen, ist vom 21. bis 27. Juni terminiert. Die Weltklasse-Sportlerinnen werden zwar im Kurpark zu den Wettkämpfen antreten. Bei der HTG aber können sie trainieren.

Für den Bau der Sportanlagen gab es jetzt einen Zuschuss vom Land Hessen in Höhe von 150 000 Euro. Insgesamt betragen die Baukosten rund 600 000 Euro, wie HTG-Präsident Ralph Gotta am Donnerstag bei der Übergabe der Landeszuwendung durch Innen-und Sportminister Peter Beuth (CDU) berichtete.

Das Land fördere das Vorhaben, weil es sich um eine nachhaltige Investition in den Verein und den Tennissport handle, sagte Beuth. „So können wir unseren jungen Talenten auch Rasen-Tennis anbieten.“

Nach dem internationalen Turnier wird die HTG die Plätze nutzen. „Wir wollen in der letzten Augustwoche die HTG Green Open für unsere jugendlichen und erwachsenen Spieler veranstalten“, kündigte Gotta an. Vizepräsidentin Tanja Finken ergänzte: „Das wird ein Spaß-Turnier für alle.“ Auch Champagner (oder zumindest Sekt) und Erdbeeren solle es dann geben – wie in Wimbledon. Die Tennisabteilung der HTG zählt derzeit rund 500 Mitglieder, insgesamt gehören 4200 Mitglieder dem Verein an.

Die Bad Homburg Open – das erste hessische Rasen-Tennisturnier, das die Agenturen Perfect Match und Angelique Kerber Management veranstalten, nannte Beuth „ein großartiges Projekt“. Es sei ungewöhnlich, dass ein Tennisverein aus dem Ausland – der Wimbledons All England Lawn Tennis Club – in den Standort Bad Homburg investiere. Damit solle die Rasen-Turnier-Saison verlängert werden.

Von den 1,1 Millionen Euro netto, die das Projekt insgesamt kosten solle, übernehme die deutsche und die britische Seite je 550 000 Euro, sagte Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Die Stadt zahle einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 250 000 Euro. Das Geld stamme aus Einnahmen der Spielbank – die von der Stadt betrieben wird – und belaste daher nicht den reinen städtischen Haushalt.

Gotta hofft , dass auf den neuen Trainingsplätzen auch Qualifikationsspiele des WTA International-Turniers stattfinden können. „Für die Unterlage bekommen wir 40 Lastwagenladungen mit einem speziellen Ton-Lehm-Quarzsand-Gemisch“, sagte er. Dies sei nötig, damit der englische Tennisrasen ordnungsgemäß wachse. Die Bad Homburger Lehm-Letsch-Erde sei nicht geeignet.

Die besondere Erdmischung dürfe bei der Verarbeitung auf keinen Fall nass werden. „Dieser Aufbau ist fest wie Beton, da bewegt sich nichts“, erklärte der HTG-Chef. Das Gras, das darauf eingesät werde, sei eher Dekoration. Der Rasen werde in den Woche vor dem Turnier mehrfach gekürzt. Für den Wettkampf müsse er auf exakt acht Millimeter Höhe heruntergeschnitten werden – mit speziellen Maschinen. Zum Vergleich: Ein Mecki-Haarschnitt liegt zwischen 5 Millimeter und 3 Zentimeter.

Die drei neuen Rasen-Tennisplätze werden, so wie die bestehenden Sandplätze, in Nord-Süd-Richtung angelegt. Auch das sei eine Wimbledon-Vorschrift, so Gotta. Die HTG hatte auf dem Platz der neuen Courts schon einmal vier Rasen-Tennisplätze. „Aber die sind von unseren Mitgliedern nicht gut angenommen worden“, berichtete Gotta. Sie seinen vor sechs oder acht Jahren in Ost-West-Richtung angelegt worden und hätten keine Wimbledon-Qualität gehabt.

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