32 Jahre lang war die „Homburger Bücherstube“ Sabine Kuhlmanns kleine Welt.  
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32 Jahre lang war die „Homburger Bücherstube“ Sabine Kuhlmanns kleine Welt. Die Schließung der Buchhandlung wird durch die Coronakrise erschwert.

Bad Homburg

Aus für beliebte Buchhandlung - Corona erschwert Schließung

  • vonJürgen Streicher
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Eine beliebte Buchhandlung in Bad Homburg steht vor dem Aus. Die Corona-Pandemie erschwert die Schließung.

  • Die Buchhandlung "Homburger Bücherstube" in Bad Homburg muss schließen
  • Die Corona-Pandemie erschwert die Schließung des beliebten Buchladens
  • Inhaberin Sabine Kuhlmann bittet ihre Kunden um Hilfe

Bad Homburg - Für die Stammkunden ist die „Homburger Bücherstube“ in all den Jahren immer mehr als ein Buchladen gewesen. Sie können es kaum glauben, dass die gelbe, etwas antiquiert wirkende Marquise über der kleinen Buchhandlung in der Haingasse ihnen nicht mehr als Wegweiser dienen wird. Ein paar Stufen hinauf ins Buchglück, schmale Eingangstür, wenn sie offenstehen soll, gibt es ein Eisengewicht, das sie hält. 

Ja, man könnte vorbeigehen an der schlichten Fensterfront in der Haingasse in Bad Homburg, wenn da nicht die gelbe Marquise wäre und meist ein kleiner Büchertisch. Dahinter 18 Quadratmeter Buchwelt ohne Kaffeeküche, die Toilette im Hof. Sabine Kuhlmanns Welt seit 32 Jahren, Ende Juni wird diese kleine besondere Welt geschlossen. Für Inhaberin Sabine Kuhlmann wird die Schließung durch die Corona-Pandemie zusätzlich erschwert.

Schließung während Corona-Pandemie: Buchhandlung in Bad Hamburg hatte viele Stammkunden

So krachend gelb wie die Marquise und die Decke im Laden über dem roten Teppichboden ist der kurze Brief zum langen Abschied, den Sabine Kuhlmann den rund 400 Stammkunden der Buchhandlung geschickt hat, deren Namen sie alle kennt. Ein paar werden es geahnt haben, man spricht ja viel miteinander im Laden. Nicht nur über Bücher. Es gab auch Tränen, Entsetzen, „man will’s nicht wahrhaben“, sagt eine ältere Dame kopfschüttelnd, die in Zeiten der Corona-Pandemie einen kleinen Stapel schön verpackter Bücher abholt. 

Auch sie über 70 Jahre alt, die treuen Bücherseelen, die persönliche Beratung und ein Gespräch beim Einkauf dem anonymen Online-Handel vorziehen, werden älter und weniger. „Leider bricht jedes Jahr ein Jahrgang weg“, hat Sabine Kuhlmann beim 25. Jahrestag einer Chronistin geflüstert. Es ist kein plötzlicher Tod, den die Buchhändlerin mit der schwäbischen Geschäftsseele im Brief und auf gelben Zetteln verkündet, die im Laden in Bad Homburg ausliegen.

Es ist der Schlusspunkt unter einer nur in den Geschäftszahlen aufgeschriebenen Chronik eines angekündigten Todes. Sabine Kuhlmann aus Heilbronn hat ihren Beruf lange als Berufung gelebt und geliebt. Hat den Miniladen übernommen, der von einem Lehrer und der Frau eines Ex-Oberbürgermeisters der Kurstadt gegründet wurde, als es sie nach Bad Homburg verschlug. Mit Liebe zum Buch, Freude am Austausch über die Bücher, die über den schmalen Ladentisch in der bescheiden eingerichteten Stube gehen. Platz ist in der Buchhandlung nur für einen kleinen Tisch, zwei Sessel und etwa 4000 Bücher im Rundum-Regal. Der Räumungsverkauf musste nun während der Corona-Pandemie stattfinden.

Buchhandlung in Bad Homburg: Coronavirus nicht Grund für Schließung

Nein, Corona ist nicht der Killer einer verlöschenden Welt, wie sie in der Bücherstube gelebt wurde. Allenfalls der Schlusspunkt. „Nach 32 Jahren muss ich meine Buchhandlung leider aus finanziellen Gründen schließen.“ Der erste Satz im Abschiedsbrief von Sabine Kuhlmann, der trocken nüchtern alles sagt, was zu sagen ist. Viele Jahre hat der Laden die Bücherfrau recht ernährt, später schlecht, zuletzt nicht mehr. Nicht mal mit schwäbischer Sparsamkeit. 

Vor allem die letzten zwei Jahre waren keine Spaßjahre mehr. Immer verfügbar sein, immer funktionieren müssen, steter Druck als Einzelkämpferin und darüber das ewige „Damoklesschwert, ich darf nicht krank werden“. Der Druck hat sie ausgelaugt, erschöpft, in die Enge getrieben. Bis 2008 lief das Geschäft noch normal, seitdem zeigt die Kurve stetig bergab. Der Feind sitzt in veränderten und vor allem größeren digitalisierten Buchwelten. Demnächst wird Sabine Kuhlmann 60, es ist Zeit die Reißleine zu ziehen.

Bad Homburg: Coronavirus erschwert Schließung von beliebter Buchhandlung

Auch bei Marion von Nolting in Oberursel hat das Coronavirus allenfalls den Abschied vermasselt. „Buchhandlung & Antiquariat“ steht noch auf einem schlichten Schild an der Hauswand in der Kumeliusstraße, auch dieser Ort für Bücher war bis vor ein paar Wochen immer mehr als ein Buchladen. „Gäste“ wurden hier die Kunden seit 1961 genannt, es war ein besonderes Ambiente im engen Laden, der den Charme der 60er-Jahre verströmte. 

Fast 71 ist Marion von Nolting geworden in den 25 Jahren mit ihrem Laden, bewusst hat sie sich gegen eine Weitergabe entschieden. „In meinem Sinn würde das keiner schaffen“, das Geschäftsmodell ist aus der Zeit gefallen. Der Räumungsverkauf hat durch Corona stark gelitten, Sabine Kuhlmann muss ihn auf ihren knappen 18 Quadratmetern in Zeiten des Abstandhaltens unter noch einmal erschwerten Bedingungen über die Bühne bringen. „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir helfen würden, mein Lager zu räumen“, schreibt sie an die Kunden.

Räumungsverkauf in der Buchhanldung „Homburger Bücherstube“ in Bad Homburg

Ab Dienstag, 2. Juni 2020, können Literaturfreunde Sabine Kuhlmann beim Aufräumen in der Homburger Bücherstube, Haingasse 16, helfen. 

Jede Menge gute Bücher suchen neue Freunde, auf alles, was sich noch in den Regalen befindet, gibt es dann 30 Prozent Rabatt. Bei Karten (Geburtstag, Geburt, Trauer, Hochzeit) beträgt der Nachlass 50 Prozent.

Von Jürgen Streicher

Corona in Frankfurt: Der

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, der wegen der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde, kommt gut an. 

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