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„Eine sichere Bank“

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Von: Andrea Herzig

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Hässlich und zu klein: Das alte Karstadt-Parkhaus, jetzt kommt es weg.
Hässlich und zu klein: Das alte Karstadt-Parkhaus, jetzt kommt es weg. © Rolf Oeser

Das Karstadt-Parkhaus in Bad Homburg soll saniert werden. Der Magistrat empfiehlt, dass die Stadt das Bauvorhaben mit 3,3 Millionen Euro bezuschusst und rät zu einer Sondersitzung des Parlaments.

Das Karstadt-Parkhaus in Bad Homburg soll saniert werden. Der Magistrat empfiehlt, dass die Stadt das Bauvorhaben mit 3,3 Millionen Euro bezuschusst und rät zu einer Sondersitzung des Parlaments.

Es wird hell sein, mit breiten Parkbuchten, leicht erreichbar vom Hessenring aus. Es ist dann das größte Parkhaus der Stadt, mit einer schönen Fassade und – ungemein wichtig für die Infrastruktur. So sagt es Oberbürgermeister Michael Korwisi, und er sagt es im Brustton der Überzeugung.

Der Magistrat empfiehlt den Stadtverordneten, dem Parkhaus-Projekt am Donnerstag in ihrer Sondersitzung den endgültigen Segen zu geben. Formal soll das Parlament beschließen, dass die Kur- und Kongress GmbH das neue Parkhaus an der Schönen Aussicht betreibt.

Der Magistrat empfiehlt dies trotz aller Einsprüche und Widerstände, trotz harter Verhandlungen mit dem Investor Mainstreet und trotz mancher Zugeständnisse, die man dem künftigen Bauherrn zubilligen musste, trotz des finanziellen Risikos, das die Stadt trägt, wenn sie das Vorhaben mit 3,3 Millionen Euro bezuschusst.

Diese 3,3 Millionen, wiederholt der OB, seien keine Steuergelder, sondern stammen aus der Stellplatzablöse beim Bau des Louisen-Centers. Dieses Geld muss zweckgebunden verwendet werden, also zum Beispiel für den Bau eines Parkhauses, das bestimmt die hessische Bauordnung.

Korwisi sieht Risiko gelassen

Korwisi hat noch ein paar Argumente im Ärmel: Das Dorotheen-Parkhaus wurde weiland abgerissen, das Thomas-Parkhaus nie gebaut, da sei die Stadt beim Bürger seit Ende der 90er Jahre in der Pflicht. Außerdem stehe in der Kurhausgarage eine Sanierung an, bei der einzelne Etagen vermutlich geschlossen werden müssten. Ein Drittel der 340 Plätze ist dann vorübergehend nicht nutzbar. Außerdem stütze man mit dem Haus den für die Innenstadt wichtigen Standort des Kaufhauses.

Das mögliche Risiko bei diesem Geschäft sieht Korwisi gelassen: „Für mich ist das eine sichere Bank“. Der OB glaubt an den Erfolg des Parkhauses, denn auch der Investor glaube daran, sonst hätte er nicht etwa 30 Millionen Euro investiert.

Die Kur- und Kongress GmbH will an dem Parkhaus kein Geld verdienen. Ein kleiner Gewinn ist vielleicht drin, schätzt der OB. Kalkuliert wird mit einem Umsatz von etwa 1,1 Millionen Euro, das rechnet sich bei 6 Euro Umsatz pro Stellplatz pro Tag mal 485 Plätze mal 365 Tage. Es wird eine durchschnittliche Auslastung von 25 Prozent bei einer Öffnungszeit von 16 Stunden angenommen. Das Karstadt-Parkhaus ist die Garage, die immer zuerst voll ist in der Innenstadt. Die Gegenrechnung: Die Jahrespacht von 697 000 Euro plus 262 000 Betriebskosten muss der zukünftige Betreiber an Mainstreet bezahlen.

Ein Bau in Eigenregie, argumentiert der OB, käme teurer. Für die Fassade, die rund 200.000 Euro kosten wird, gibt es bereits Pläne. Sie wird einem Stahlbau vorangestellt und soll sich an die Umgebungsbebauung anpassen, damit es auch schön aussieht an der „Schönen Aussicht“.

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