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Bad Homburg

Einblutungen nach Fahrradunfall

  • VonAlexander Schneider
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Der Verletzte starb nach Entlassung aus der Notaufnahme. Am Landgericht in Frankfurt läuft der Prozess gegen eine Ärztin und einen Arzt wegen fahrlässiger Tötung.

Am Frankfurter Landgericht ist der Prozess gegen eine Assistenzärztin der Hochtaunus-Kliniken und einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der im Klinikum Belegbetten unterhält, fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden fahrlässige Tötung vor. Sie sollen einen 74-Jährigen aus Oberursel, der sich bei einem Fahrradunfall schwere Halsverletzungen zugezogen hatte, nach der Aufnahmeuntersuchung in der Notaufnahme nach Hause geschickt haben. Der Zustand des Mannes hatte sich am Folgetag so stark verschlechtert, dass er nach Reanimation mit Notarztbegleitung in die Klinik nach Frankfurt-Höchst gebracht werden musste, wo er starb.

Die den Mann dort aufnehmende Oberärztin sagte aus, man habe den Patienten vom Rettungsdienst beziehungsweise Notarzt mit extrem schlechten Vitalwerten übernommen und ihn in der Klinik erneut reanimieren müssen. „Nach meinem Eindruck hatte er kaum eine Chance“, sagte die Ärztin.

Gegenüber Angehörigen und auch einem wegen des Fahrradunfalls hinzugezogenen Polizisten soll sie sich dahingehend geäußert haben, dass sie überrascht sei, wie man einen Patienten, der blutverdünnende Medikamente einnahm, überhaupt unversorgt entlassen könne; in ihrem Haus würde so jemand mindestens eine Nacht zur Beobachtung hospitalisiert.

Zuvor hatte der Notarzt vom Einsatz in der Wohnung des Patienten berichtet. Die Reanimation des Mannes durch den Rettungsdienst sei bei seinem Eintreffen schon gelaufen. Es sei ihm gelungen, den Mann so zu stabilisieren, dass er in die Klinik transportiert werden konnte.

Blutungen im Rachen

Die Bad Homburger Klinik sei „abgemeldet“ gewesen, weshalb der fünf Minuten längere Weg nach Frankfurt-Höchst gewählt werden musste. Der Arzt sagte, nach seinem Eindruck hätten sich die Werte des Mannes so weit verbessert, dass er „eine Chance hatte“, wenngleich Lebensgefahr nicht auszuschließen gewesen sei.

Vernommen wurde auch die Pathologin, die die Obduktion durchgeführt hat. Todesursachen seien nach ihrem Eindruck die starken Einblutungen im Hals- und Rachenraum des Mannes gewesen - Verletzungen, der er sich beim Sturz vom Rad zugezogen hatte, als er mit dem Hals auf die Lenkstange aufgeschlagen war. Da er blutverdünnende Mittel eingenommen hatte, sei die Blutgerinnung so stark gehemmt worden, dass sich die Einblutungen aufstauen und in der Folge auf die Luftröhre sowie auf Arterien und Venen drücken konnten.

Offenbar hatte der Oberurseler Arzt, bei dem sich der Mann nach dem Unfall zunächst vorgestellt hatte, zumindest die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Einblutungen bei dem mit Blutverdünnern eingestellten Patienten zu Verlegungen der Atemwege führen könnten. Bei seiner Vernehmung sagte der Mediziner, er habe den Patienten zur stationären Beobachtung in die Hochtaunus-Kliniken eingewiesen, damit dort den Beschwerden auf den Grund gegangen werden konnte.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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