Kultur

„Ein schreckliches Entzücken“

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Das Pfingstwochenende steht in Bad Homburg im Zeichen von Robert Louis Stevenson. Die gleichnamige Literaturgesellschaft tagt und im Gustavsgarten wird gefeiert.

Der Gustavsgarten wird am Pfingstmontag zur Schatzinsel. Erschallen wird auch das weltbekannte „15 Mann auf des toten Mannes Kiste / Yo-ho-ho und ne Buddel voll Rum“. Bad Homburg steht unzweifelhaft im Zeichen von Robert Louis Stevenson, dem legendären Schriftsteller und unstetig Reisenden.

Das Fest am 10. Juni ist Höhepunkt eines Wochenendes, an dem die international besetzte Stevenson-Gesellschaft in der Stadt weilt, um ihre Jahrestagung abzuhalten. Bad Homburg ist nicht nur eine Station der Kulturroute „In the Footsteps of R. L. Stevenson“, sondern seit zwei Jahren auch Mitglied des Netzwerks. Laut Kulturamtsleiter Matthias Setzer war der 1850 in Edinburgh geborene Schriftsteller mehrfach als Gast im alten Homburg. Zuerst als Elfjähriger mit seinem Vater, einem Leuchtturmbauer – untergebracht in der mittlerweile mit einer Erinnerungstafel versehenen Kisseleffstraße Nummer 3.

Ein Aufenthalt im Hotel „Russischer Hof“ ist ebenfalls nachgewiesen, weitere harren noch der Erforschung. Der lebenslang lungenkranke Stevenson sei für Homburg eine wichtige Bezugsperson in seinem Eintreten für Weltoffenheit und Versöhnung. „Mit ihm verteidigen wir auch das europäische Kulturgut“, so Matthias Setzer.

Die Stellen zu den Taunusbesuchen sind rar in Robert L. Stevensons Werk, gehaltvoll jedoch in ihrer Anschaulichkeit. Vom Treiben in der Spielbank überkommt den Schotten ein „schreckliches Entzücken“, erregend das Geheimnis des „lasterhaften Hauses“. Die Großfeier an Pfingsten ist die nunmehr zweite Veranstaltung, mit der unter dem Saalburgkamm des vielgelesenen, bis heute aktuellen Verfassers von „Schatzinsel“ und „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gedacht wird.

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