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Die Barrelhouse-Jazzband bei einem ihrer Konzerte in China.

Bad Homburg

Von China-Reise tief beeindruckt

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Oberbürgermeister Michael Korwisi und Reimer von Essen, Bandleader der Barrelhouse-Jazzband, sind begeistert von ihrer China-Reise. Für den Musiker war es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Er hat die ersten fünf Lebensjahre in Shanghai verbracht.

Über 2000 Kilometer spulten sie im Dezember ab, die Teilnehmer einer Reisegruppe aus dem Rhein-Main-Gebiet, die in China unterwegs war. Mittendrin: Bad Homburgs Oberbürgermeister Michael Korwisi und Reimer von Essen, langjähriger Wahl-Homburger und Bandleader der Barrelhouse-Jazzband. Ihre Eindrücke sind durchweg positiv, wie sie jetzt erzählten.

„Uns trennen so viele Kilometer und doch sind wir uns sehr nah.“ Diesen Worten von Eleonore Kuhlmann, Präsidentin des Lions Clubs und Organisatorin des Chinesischen Neujahrsfestes, schlossen sich Korwisi und von Essen an. Für den Musiker war es gewissermaßen eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, hat er doch die ersten fünf Jahre seines Lebens in Shanghai verbracht.

Junge Konzertbesucher

Besonders beeindruckend für ihn war das Durchschnittsalter der Konzertbesucher. „Normalerweise spielen wir vor Menschen zwischen 50 und 90 Jahren, so ehrlich müssen wir sein“, sagt von Essen. In China bot sich dann ein ganz anderes Bild: Die vollen Hallen seien die Jazz-Musiker der Frankfurter Band durchaus gewohnt, aber nicht die hohe Anzahl an Teenagern, so der Bandleader. „Wir wurden gefeiert wie die Beatles“, zieht er einen kühnen Vergleich. Michael Korwisi pflichtet ihm bei und erinnert sich an die zahlreichen Autogramm- und Fotowünsche nach den Auftritten, vorgetragen meist von jungen Damen.

Insgesamt sechs Konzerte spielten die Musiker im Reich der Mitte. Den Auftakt bildete die „Cities Cultural Week“ in der Stadt Shenzhen, die als Sonderwirtschaftszone gilt und mit der das Land Hessen sowie die Stadt Frankfurt zusammenarbeiten. Bei dieser Veranstaltung hatte jede Partnerregion zehn Minuten Zeit, sich zu präsentieren; Hessen brauchte neun. Was Reimer von Essen aber besonders imponiert hat: „Der Bühnenumbau hat nur 48 Sekunden gedauert.“

„Fünf Ebbelwoi auf ex“

Es folgten Auftritte in Frankfurts Partnerstadt Guangzhou und in Lijiang, eine Stadt, mit der Bad Homburg enge Kontakte pflegt. Über einen Ausbau der Beziehungen wurde vor Ort natürlich auch gesprochen, Ergebnisse gibt es noch nicht. Aber immerhin hat der OB einem Offiziellen der Stadt das Versprechen abgerungen, ihn in Bad Homburg zu besuchen „und fünf Gläser Ebbelwoi auf ex zu trinken“, so Korwisi. Er habe die Zeit als Privatmann genossen und vor allem die auch von Einheimischen oft erwähnte Provinzialität der Stadt an den Südostausläufern des Himalayas zu schätzen gelernt. Bei Proben der Barrelhouse-Band sei ein Heizstrahler herbeigeschafft worden, dessen Inbetriebnahme dann für einen Stromausfall im Gebäude gesorgt habe.

Einig sind sich Korwisi und von Essen, dass sich ihre Eindrücke von China und den Menschen dort erheblich von den sonstigen, eher negativen Nachrichten aus diesem Land unterscheiden. Sie hätten sich überall äußerst willkommen gefühlt, sagen beide unisono. „Mit bösen Funktionären“, wie es von Essen ausdrückt, seien sie nicht in Kontakt gekommen. Das liegt an einer weiteren Kilometerangabe. Peking ist fast 3000 Kilometer entfernt von Lijiang. Und in diesem Fall liegen tatsächlich Welten dazwischen.

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