Bad Homburg

Buslinie von Friedrichsdorf nach Nieder-Eschbach

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Bad Homburg CDU/SPD-Koalition will die „Lokaltangente Ost“ voranbringen. Die Nachbarstädte Friedrichsdorf und Frankfurt sollen sich an den Kosten beteiligen.

Die Idee einer Buslinie von Friedrichsdorf über Ober-Erlenbach nach Nieder-Eschbach wird konkreter: Die Politik will das Projekt jetzt forcieren. „Unter angemessener Kostenbeteiligung der Städte Frankfurt und Friedrichsdorf soll zeitnah eine solche Verbindung eingerichtet werden“, teilte die Bad Homburger CDU gestern mit. Schon für die nächste Parlamentssitzung habe die CDU/SPD-Koalition einen gemeinsamen Antrag eingebracht.

Frank Denfeld, für den Homburger Nahverkehr zuständiger Fachplaner im Rathaus, hatte die Idee ins Spiel gebracht,

Allerdings könne die Linie nur kommen, „wenn sich die beiden Städte in angemessener Höhe an den Kosten beteiligen“, stellte Roland Mittmann, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, fest. Friedrichsdorf sei interessiert, mit Frankfurt müsse wohl verhandelt werden, „etwa durch Verweis auf den überquellenden P+R-Parkplatz in Nieder-Eschbach oder das Angebot, das Möbelhaus Ikea anzubinden“.

Selbst wenn einer der Partner zögern sollte, sieht die Koalition Chancen: „Notfalls sollte die Linie zunächst nur in eine der beiden Städte führen“, und mehr noch: „Das große Interesse aus Friedrichsdorf könnte uns helfen, die Linie auch bei finanzieller Zurückhaltung aus Frankfurt bezahlen zu können“, so Mittmann.

Start schon Ende des Jahres?

Anders als bei anderen Verkehrsprojekten – die Regionaltangente West soll seit über 14 Jahren gebaut werden –, könnte die neue „Lokaltangente Ost“ kurzfristig etabliert werden. „Falls es gelingt, sie zum nächsten Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2020 einzurichten, setzen wir darauf, dass angesichts unseres kostendeckenden Stadtbusbetriebs im beschlossenen Haushalt ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden können, um die Linie im ersten Jahr zu finanzieren“, so Mittmann weiter.

Von Erlenbacher Seite sind die Voraussetzungen klar. Ortsvorsteherin Christl Elbert (CDU): „Die Einrichtung einer Busverbindung nach Nieder-Eschbach ist uns seit vielen Jahren ein Herzensanliegen.“ Sowohl die Union als auch die SPD hatten zum Teil vor über zehn Jahren für eine solche Verbindung geworben.

2018 sei die Forderung erneuert worden, seitdem gab es mehrere weitere CDU-Anträge im Ortsbeirat, „im vergangenen Monat gab es dann den Bericht und diese Rückmeldung hat unsere Koalition nun überzeugt, die Einrichtung der Busverbindung zu beantragen“, so Elbert. Man wisse nun, dass nicht etwa eine Verlängerung der Linie 2, 12 oder 65, sondern eine neue Linie das Mittel der Wahl sei. „Da man hier auch die Anbindung an das Gewerbegebiet mit Ikea und Hornbach erreichen könne, wäre dies auch aus Frankfurter Sicht eine attraktive Bereicherung“, ist sich Stadtverordnete und Ortsbeiratsmitglied Wilma Schnorrenberger (SPD) sicher.

Frankfurt wartet noch ab

Von der Stadt Frankfurt gab es gestern allerdings noch keine offizielle Einschätzung. Man wolle zunächst auf das Ergebnis der parlamentarischen Initiative warten. Aus dem Umfeld des zuständigen Dezernates war jedoch zu erfahren, dass man sich bereits auf Post aus der Kurstadt freue.

In Friedrichsdorf, das OPNV-planungstechnisch mit der Nachbarstadt Bad Homburg eng verknüpft ist, rennt die kurstädtische Koalition mit ihrem Vorhaben offene Türen ein. „Wir wollen die Linie schon lange“, stellte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) gestern auf Nachfrage fest. Nun müsse man über Details reden.

„Eine Anbindung an die U-Bahn ist für Friedrichsdorfer, die in den Frankfurter Norden wollen, schon optimal.“ Bis zur Verlängerung der U2 zum Homburger Bahnhof wollten die Friedrichsdorfer nicht warten“, sagte der Rathauschef der Hugenottenstadt. Zu Details einer möglichen Linienführung wollte Burghardt sich allerdings noch nicht äußern. Allerdings wäre eines der Ziele, Seulberg besser durch den ÖPNV zu erschließen. „Außerdem wäre es für die Ober-Erlenbacher auch gut, eine Verbindung zum Bahnhof Friedrichsdorf zu haben.“ Eine Trassierung zugunsten der Philipp-Reis-Schule sei bislang noch nicht geplant. „Zumindest haben wir noch nicht darüber gesprochen – wobei wir den Schülerverkehr ausgelagert haben.“

Dass sich die Hugenottenstadt an der Linie finanziell beteiligen würde, steht für Burghardt außer Frage. „Wir sind da mit im Boot – geschenkt wird einem nichts.“

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