+
Die Bad Homburger entscheiden über den millionenschweren Ausbau der U-Bahn-Linie 2.

Nahverkehr in Bad Homburg

Bürger stimmen über U-Bahn-Ausbau in Bad Homburg ab

  • schließen

Am Tag der Landtagswahl entscheiden die Bad Homburger auch über die Verlängerung der U2. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen.

Zusätzlich zu Landtagswahl und Verfassungsreform steht am Sonntag in Bad Homburg eine weitere Abstimmung an. Die Bürger entscheiden über den millionenschweren Ausbau der U-Bahn-Linie 2, die nach Frankfurt führt. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist geplant?
Die U2 soll von der bisherigen Endhaltestelle in Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof verlängert werden. Dabei geht es um eine 1,6 Kilometer lange Strecke, die zum Teil in einem Tunnel verschwinden soll.

Wie hoch sind die Kosten?
Die Gesamtkosten werden auf bis zu 66 Millionen Euro geschätzt. Das Land hat bereits zugesagt, einen Großteil davon zu übernehmen. Auf die Stadt kommen nach deren Berechnung im schlimmsten Fall 22 Millionen Euro zu. Das Geld ist bereits im Haushalt eingestellt.

Wer ist dafür?
Die meisten der im Stadtparlament vertretenen Parteien sprechen sich für das Projekt aus. CDU, SPD, Grüne werben für ein „Ja“; in der BLB gibt sowohl Unterstützer wie Gegner des Vorhabens. Außerdem machen sich verschiedene Verbände wie die Industrie- und Handelskammer, der VdK und die Fahrgastlobby Hochtaunus für den Ausbau stark.

Wer ist dagegen?
Die FDP fordert die Bürger auf, mit Nein zu stimmen. Auch die AfD-Vertreter im Stadtparlament haben sich kritisch geäußert.

Was spricht für den Ausbau?
Der Lückenschluss würde künftig eine direkte Verbindung zwischen dem Bad Homburger Bahnhof und dem Frankfurter Norden schaffen. Die Befürworter rechnen damit, dass zahlreiche Autofahrer künftig auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen – eine Prognose aus dem Jahr 2009 ging von 810 000 zusätzlichen Fahrgästen pro Jahr aus. Wirtschaftsvertreter verweisen auf die 28 000 Einpendler, die pro Tag in die Kurstadt kommen. Viele von ihnen arbeiten in der Nähe des Bahnhofs. Eine zusätzliche Steigerung der Fahrgastzahlen erwarten die Unterstützer, wenn weitere Projekte wie die Verlängerung der S5 bis Usingen und die Regionaltangente West hinzukommen.

Was entgegnen die Kritiker?
Sie verweisen auf die hohen Kosten und befürchten, dass diese im Verlauf der Bauarbeiten noch steigen. Außerdem sehen sie die Anwohner durch zusätzlichen Lärm belastet. Das mache die vorhandenen Wohnungen entlang der Strecke unattraktiv. Der Solo-Stadtverordnete Peter Braun hat kurz vor der Abstimmung in einer Stellungnahme den geplanten eingleisigen Ausbau der U-Bahn-Strecke aufs Korn genommen. Dadurch gebe es keinerlei Ausweichmöglichkeiten bei Schäden und Reparaturen an diesem Gleis.

Wie oft sollen die Züge fahren?
Zunächst ist ein 15-Minuten-Takt vorgesehen. Die Stadt verweist aber auf die Möglichkeit, bei Bedarf die Taktzeiten auf 7,5 Minuten zu erhöhen.

Wie lange sollen die Bauarbeiten dauern?
Die Stadt rechnet für die oberirdischen Arbeiten mit etwa dreieinhalb Jahren. Während dieser Zeit wird es zu Verkehrsbehinderungen und Umleitungen kommen. Weitere zwei Jahre Bauzeit sind für den Innenausbau des Tunnels und die Signaltechnik vorgesehen. Um die Lärmbelastung in Grenzen zu halten, soll in Abschnitten gebaut werden. Am Wochenende und nachts sollen die Arbeiten ruhen.

Welche Schallschutzmaßnahmen sind für den U-Bahn-Betrieb vorgesehen?
Das Stadtparlament hatte vor der Sommerpause beschlossen, Maßnahmen prüfen zu lassen, die über das rechtlich Vorgegebene hinausgehen. Möglich ist eine Schmieranlage, mit deren Hilfe mögliche Quietschgeräusche in Kurven reduziert werden kann. Weitere Optionen sind Rasengleise und ein niedriger Schallschutzstreifen entlang der Gleise. Eine Temporeduzierung auf der Neubaustrecke lehnt der Betreiber, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), aber ab.

Wie ist der Stand der Planungen?
Es gibt einen gültigen Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2016. Sollten die Bürger für den Ausbau stimmen, könnte direkt im Anschluss die Ausführungsplanung beginnen. Allerdings sind noch Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss anhängig.

Wie viele Stimmen sind für einen gültigen Bürgerentscheid nötig?
Damit die U2-Strecke ausgebaut wird, müssen mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten dafür stimmen. Außerdem muss die Zahl der Ja- die der Nein-Stimmen überwiegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare