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Das sanierte Große Schloss ist ein Touristenmagnet.

Bad Homburg

Brücke von Bad Homburg nach Russland

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Der Jugendaustausch mit Peterhof soll ausgebaut werden. Seit  25 Jahren gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Bad Homburg und Peterhof.

Als Studentin war Heike Wehner zum ersten Mal in Peterhof, im Jahr 1987. „Damals hatten Ronald Reagan und Michail Gorbatschow den INF-Vertrag geschlossen.“ Mittlerweile ist Wehner Vorsitzende des Vereins Deutsch-Russische Brücke. Das Abrüstungsabkommen hat US-Präsident Donald Trump Anfang dieses Jahres gekündigt, schon zuvor war das politische Klima zwischen den westlichen Staaten und Russland wieder frostiger geworden.

Gerade in solchen Zeiten sei es wichtig, den Kontakt zwischen den Menschen aufrechtzuerhalten, findet Wehner. Einen Beitrag dazu leistet die Städtepartnerschaft, die Bad Homburg und das russische Peterhof vor 25 Jahren geschlossen haben. Dabei gehe es gerade nicht um die große Politik, sondern um alltägliche Begegnungen und kulturellen Austausch, betont die Vereinsvorsitzende.

Das Interesse daran sei auf beiden Seiten nach wie vor hoch. Rückgrat der Partnerschaft sind die Sprachkurse, die auf Bad Homburger Seite von der Deutsch-Russischen Brücke und in Russland vom Verein „Petergofskije Dialogi“ organisiert werden. In Peterhof lernen so pro Jahr mehr als 100 Menschen Deutsch, in Bad Homburg sind aktuell immerhin 55 Frauen und Männer bei den Russischkursen angemeldet.

Zweiwöchige Sommerakademie in Peterhof

Fast jedes Jahr gibt es zudem eine zweiwöchige Sommerakademie in Peterhof, während der die Teilnehmer privat bei russischen Familien wohnen. Dabei bekommen sie auch touristisch einiges geboten. Das schmuck sanierte Große Schloss in der ehemaligen Sommerresidenz der Zaren gilt als „russisches Versailles“, St. Petersburg ist nur 30 Kilometer entfernt.

An weniger glamouröse Zeiten erinnerten Herman Gref, der Vorstandsvorsitzende der Sberbank, Russlands größtem Kreditinstitut, und der frühere Peterhofer Bürgermeister Michail Baryschnikow jüngst bei einem Empfang zum Jubiläum der Städtepartnerschaft im Bad Homburger Kurhaus. „Sie haben Geld, Kräfte und ihr Herz nach Peterhof geschickt“, lobte Gref die von Privatleuten initiierten Hilfstransporte in den 90er Jahren, die der offiziellen Städtepartnerschaft vorangegangen waren.

Obwohl 1717 Kilometer zwischen beiden Städten liegen, seien Bad Homburg und Peterhof gute Nachbarn, revanchierte sich Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), bevor er seinerseits mit einer Delegation aus der Kurstadt nach Russland aufbrach.

Mit dabei war auch Heike Wehner, die über die Deutsch-Russische Brücke gerne häufiger Bürgerreisen anbieten würde. „Wir schaffen es derzeit leider nur alle drei, vier Jahre“, sagt sie. Darüber hinaus habe sich der Verein vorgenommen, vermehrt junge Leute zu erreichen. Vielversprechend sei ein erster Schüleraustausch gewesen, an dem sich die Gesamtschule am Gluckenstein beteiligt hat.

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