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Bekenntnis zu den schönen Künsten

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Die Ausstellung „Ewiges Eis“ im Museum Sinclair-Haus ist eine von 15 Stationen, die Interessierte im Rahmen der Kulturnacht ansteuern können. Hillebrecht
Die Ausstellung „Ewiges Eis“ im Museum Sinclair-Haus ist eine von 15 Stationen, die Interessierte im Rahmen der Kulturnacht ansteuern können. Hillebrecht © Hillebrecht

15 Veranstaltungsorte bieten bei der Kulturnacht am 22. Oktober viel Programm

Bad Homburg - Die mittlerweile zwölfte Kulturnacht am Samstag, 22. Oktober, steht zwischen zwei Krisen. Die Veranstaltung, zu der 15 Lokalitäten von 19 Uhr an bei freiem Eintritt ihre Türen öffnen, kann bezogen auf die Corona-Hochphase wieder „normal“ stattfinden. Anmeldungen, wie im Vorjahr wegen Corona, sind nicht nötig, betonte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) bei der Programmvorstellung. Doch die Zeiten sind für Kulturbranche und Stadt weiterhin schwer, vieles muss auf den Prüfstand. Es handele sich bei der Kultur eben um wichtige, aber letztlich freiwillige Leistungen. „Und da müssen wir derzeit wegen der Haushaltslage massiv sparen.“

Trotzdem: Bei der Stadt wolle man, so Hetjes, unbedingt vermeiden, „Strukturen zu zerschießen“. Dabei habe die Stadt die Kulturbranche auch immer unterstützt. „Wir haben 2020 etwa die vollen Zuschüsse gezahlt, obwohl nichts stattfinden konnte. Damals dachten wir, das dauert ein Jahr . . .“, so der Homburger Rathauschef. Stattdessen müsse man nun davon ausgehen, dass die finanzielle Lage der Stadt im kommenden Jahr sogar noch schlimmer werde, als sie sich in diesem Jahr zeige.

PROGRAMM

Von heute an sollen die Flyer mit dem genauen Programm und den jeweiligen Uhrzeiten in der Stadt ausliegen, unter anderem in der Tourist-Info im Kurhaus. Im Netz , www.bad-homburg.de, und in der Homburg-App ist das Programm ebenfalls abrufbar.

Beginn der Kulturnacht ist am Samstag, 22. Oktober, um 19 Uhr. Ein einheitliches Ende gibt es nicht. Einige Angebote gehen bis Mitternacht. Der Eintritt zu allen Einzelveranstaltungen ist kostenlos.

Verzichten müssen Kulturfans, die sich eine optimale Route vorbereiten möchten, jedoch in diesem Jahr auf eine Karte der verschiedenen Lokalitäten. hko

Kunst als sozialer Kitt

Dabei sei die Kultur gerade in Krisenzeiten wichtig und so viel mehr als bloße Unterhaltung, unterstrichen unter anderen Kulturamtsleiterin Dr. Bettina Gentzcke und Jürgen Seibert vom Kuratorium Schlosskirche. Sie erinnerten daran, wie hungrig die Menschen nach Kunst und Kultur gewesen seien, als nach der Hochphase der Pandemie kulturelle Veranstaltungen überhaupt wieder möglich waren. Daher ist die Kulturnacht in Gentzckes Augen auch ein Zeichen: „Die Kulturbranche liegt am Boden, der Winter wird knallhart“, bilanzierte sie. Auch bedeute die Teilnahme an Veranstaltungen eine Auszeit vom Alltag; „es sind die Momente, in denen der Mensch aufatmen kann.“ Umso wichtiger ist es in Seiberts Augen, dass es kostenlose Angebote wie die Kulturnacht gebe, „damit jeder Kultur erleben könne, nicht nur diejenigen, die es sich leisten können.“ Und es solle für jeden etwas angeboten werden.

Geboten wird definitiv ein breites Spektrum. Dabei ist die Schlosskirche erstmals mit im Boot, wo ein besonderer, 20-minütiger Film in Dauerschleife gezeigt wird, der teilweise dort gedreht wurde: Eine Hommage an den synästhetischen russischen Musiker Alexander Skrjabin. In der Stadtbibliothek gibt’s spanisches Ambiente, Popschlager und Kunst in der Englischen Kirche. Im Gustavsgarten wird der Dorische Tempel zum Konzertsaal, das Stadtarchiv präsentiert seine Arbeit im Wandel der Zeit und es wird eine originale Hölderlin-Handschrift zu sehen sein. Programm gibt’s im Kurtheater und Kulturspeicher. Schloss und Sinclair-Haus locken mit Ausstellungen, die beiden Stadtkirchen mit Musik.

Auch die beiden Heimatmuseen in Ober-Erlenbach und Kirdorf sind bei der Kulturnacht mit am Start. Erstmals seit einem Jahr öffnet auch das Horex-Museum als Schaudepot.

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