Johannes Möhrle: Dorotheenstraße in Bad Homburg.  
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Johannes Möhrle: Dorotheenstraße in Bad Homburg. 

Bad Homburg

Baumeister und Maler

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Kunstwerke von drei Architekten sind in der Englischen Kirche Bad Homburg zu sehen - darunter sind auch Bilder von Johannes Möhrle, Erbauer des Frankfurter Fernsehturms

Wenn sich Katja Möhrle an ihren Vater, den 2017 verstorbenen Bad Homburger Architekten Johannes Möhrle erinnert, dann denkt sie an einen unermüdlich zeichnenden und aquarellierenden Künstler. „Wenn wir in den Familienurlaub gefahren sind, war der Kofferraum immer voller Mappen und Skizzenblöcke“, erzählt sie. „Er war immer auf der Suche nach Motiven.“

Der Nachlass ist riesig, immer wieder schöpfen die beiden Töchter aus einem Fundus faszinierender Bilder. Aktuell ist eine Auswahl von Aquarellen und architektonischen Skizzen in der Englischen Kirche in Bad Homburg zu sehen, zusammen mit Bildern von Rainer Nippert und Manfred Sieber, ebenfalls Architekten.

Der 2017 verstorbene Architekt Johannes Möhrle hatte stets einen Skizzenblock dabei. 

„Als er nicht mehr arbeitete, war mein Vater oft mit einem Klappstühlchen in Frankfurt unterwegs, hat sich mitten zwischen die Fußgänger gehockt und hat dort gemalt“, erinnert sich Katja Möhrle. Besonders angetan hatten es ihm – selbstredend – Stadtbilder und Bauwerke.

„Bei der Ausstellungseröffnung hat mich sogar ein Architekt angesprochen, der mit ihm in Kontakt kam, als er vor der Alten Oper saß und zeichnete.“ Das damals entstandene Aquarell ist aktuell ebenfalls in Bad Homburg zu sehen und zeigt den sicheren Strich und die klare räumliche Einordnung des Profis.

Bekanntestes Werk Johannes Möhrles, der bei der Deutschen Bundespost arbeitete und als einer der international herausragenden Vertreter der architektonischen Stilrichtung des Brutalismus gilt, ist der 1979 errichtete Frankfurter Fernsehturm, bis heute das Stadtbild prägend und inzwischen auch unter Denkmalschutz stehend.

An den Bau des sogenannten „Ginnheimer Spargels“ kann sich Tochter Katja noch sehr gut erinnern. „Da haben meine Schwester und ich beim Aufzugfahren gespürt, wie öffentliche Architektur erlebbar sein kann.“ Anette Möhrle-Borsutzky trat übrigens in die Fußstapfen des bekannten Vaters, sie wurde selbst Architektin.

Die Ausstellung

Noch bis zum 16. Februar ist die Ausstellung „Unterwegs“ im Kulturzentrum Englische Kirche in der Bad Homburger Ferdinandstraße 16 zu sehen. Neben Bildern des verstorbenen Johannes Möhrle, Jahrgang 1931, sind Werke von Rainer Nippert und Manfred Sieber zu sehen. 

Der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. 

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