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Standbild aus dem Video von Andrea Bowers „My Name Means Future“.
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Standbild aus dem Video von Andrea Bowers „My Name Means Future“.

Bad Homburg

Bad Homburger Museum geht neue digitale Wege

Das Sinclair-Haus bietet mehr an als virtuelle Ausstellungsrundgänge. So gibt es unter anderem Podcasts, Videoclips und Kurzfilme.

Kommen wegen Corona die Besucher nicht ins Museum, kommt das Museum eben zu ihnen. Das Internet macht’s möglich. Mit einem virtuellen Ausstellungsrundgang ist es allerdings nicht getan. Das Team des Sinclair-Hauses in Bad Homburg hat sich Einiges einfallen lassen.

Schon der Titel der aktuellen Ausstellung „Was ist Natur?“ macht die Dimension dieser Aufgabe deutlich: die vielfältigen Aspekte der existenziellen Grundlage aller Dinge, der Natur, auf absolut künstlichem Weg, digital, verstehbar zu machen.

Mit neuem Gesicht präsentiert sich schon der Internetauftritt des Museums, dessen Träger nun auch im Namen seinen Schwerpunkt nennt: Aus der „Stiftung Nantesbuch“ wurde die „Stiftung Kunst und Natur“. Das digitale Angebot bietet unter anderem Videoclips und Kurzfilme.

„Wir erleben selbst, dass uns vor allem Begegnungen und Interaktion fehlen“, erklärt Claudia Praml, Leiterin der Kommunikation des Museums, die Problematik der aktuellen Situation. „Online-Angebote können diesen Mangel ein bisschen überbrücken und einen zumindest kurzfristig aus dem Heim-Alltag hinaustragen.“

Digital-Angebote

Die Stiftung Kunst und Natur hat eine Reihe neuer digitaler Angebote: Interaktive Salons, Kamingespräche und Mittagspausen mit künstlerischen Inspirationen gehören dazu.

Das Museum Sinclair-Haus bietet zudem digitale Workshops zur aktuellen Ausstellung „Was ist Natur?“ an. Künstlerische Techniken und Herangehensweisen werden dabei live aus dem Bad Homburger Atelier vermittelt. Informationen dazu gibt es auf der Website: www.kunst-und-natur.de/museum- sinclair-haus/startseite. wrü

Was ist Natur? Was bedeutet mir Natur? In diese Fragestellungen führt Kathrin Meyer, neue Direktorin des Museums, in einem der „#museumsinclairclips“ in die erste von ihr kuratierte Ausstellung ein. Ihr geht es um die Reflexion von Fragen wie: Was begreifen wir als Natur? Wie verorten wir uns zu anderen Lebewesen?“ Es komme darauf an, „innezuhalten, Abstand zu gewinnen“ und „das vermeintlich Bekannte mit neuen Augen zu sehen“. Ein Video der Künstlerin Andrea Bowers soll die Homepage bereichern. In dem 51-minütigen Film geht es um eine 16 Jahre alte Indigene aus den USA, ihre Identität und ihre Sicht auf die Natur.

Der Frage nach dem Wesen der Natur geht auch eine aufschlussreiche Diskussion nach, in deren Mittelpunkt die Koexistenz von Natur und menschengemachter Technik an einer aufschlussreichen Schnittstelle steht, die praktisch vor der Haustür liegt: am Frankfurter Flughafen. Ein Text zu dieser Frage entstand auch für das Buch zur Ausstellung, das Kathrin Meyer hier vorstellt. Der Wissenschaftshistoriker Nils Güttler untersucht die Koexistenz der verschiedenen Lebensformen in diesem Umfeld. Der Ornithologe Bernd Petri erläutert, wie eine technische Großanlage wie der Flughafen auch Entwicklungsmöglichkeiten für die Natur entstehen lässt.

Natur beinhaltet aber mehr Aspekte als ihre „sachliche“ Seite. Sie spricht den Menschen auch emotional an und lässt ihn über seine kulturellen Eigenheiten nachdenken. In vier Kurzfilmen des Regisseurs Kornelius Eich stellen Schauspieler anhand von Exponaten mit literarischen und lyrischen Texten Fragen zum Wesen der Natur und wagen einen Blick in eine finstere Zukunft ohne Menschen und Natur.

Auch auf verschiedenen Podcast-Plattformen bietet das Museum Auseinandersetzungen mit den Themen der Ausstellung. Dort sind beispielsweise drei Hörbeiträge zu finden zur Frage: „Was ist Natur?“

So ist das digitale Angebot keine Notlösung, sondern vielmehr eine Bereicherung des Ausstellungsprogramms des Museums. Direktorin Meyer ist sich sicher: „Das Digitale eröffnet neue Räume des Erlebens, auch über die Zeit der Pandemie hinaus.“ Die „richtige“ Ausstellung hingegen gibt es auch noch: Bis 22. August bleibt sie im Wartestand.

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