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Angelique Kerber (r) und Petra Kvitova spielen auf dem Centre Court in Bad Homburg.
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Angelique Kerber (r) und Petra Kvitova spielen auf dem Centre Court in Bad Homburg.

WTA-Turnier in Bad Homburg

Bad Homburg: Zurück in der großen Tenniswelt

  • VonJürgen Streicher
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Die Kurstadt Bad Homburg ist mit ihrem großen Turnier grade ein bisschen mondäner als sonst.

Ein Hauch von Wimbledon, hier und da ist er zu spüren, wenigstens ein bisschen. Schick gekleidete Damen mit großen Hüten, die langsam über die Brunnenallee spazieren, die Spielbank in Sichtweite, das mondäne Kaiser-Wilhelms-Bad von seiner besten Seite, mächtige Kurpark-Bäume, die angenehmen Schatten werfen an diesem heißen Wochenende.

Ein Hauch von Klein-Wimbledon, damit gibt man sich in der Kurstadt ja zufrieden. Wenn sich distinguierter Smalltalk in internationalem Sprachmodus mischt mit den Arbeitsgeräuschen der unerbittlich stöhnenden Spielerinnen im Hintergrund, könnte man sich für Momente hineinträumen in den Londoner Südwesten. Statt Erdbeeren mit flüssiger Sahne eben italienisches Eis am Kaiserbrunnen, gekühlte Bällchen, hervorgezaubert von freundlichen Herren unter goldenen Hauben. Kurdirektor Holger Reuter ist „sehr begeistert“ von der Atmosphäre in seinem Kurpark, ergeht sich in Superlativen über die Werbewirksamkeit der Tenniswoche. Als kleine Tochter des großen Wimbledon-Turniers sind die „Bad Homburg Open“ in der Tenniswelt angekommen, ausgerichtet an jenem Platz, der diese Welt einst, bei aller Bescheidenheit, mitbegründet hat. Damals als die englischen Kurgäste im ausgehenden 19. Jahrhundert dort mit Holzschlägern ohne ausuferndes Stöhnen aufspielten.

„Familiär, aber auch exklusiv“, mit Begegnung von Mensch und Star auf dem kurzen Weg vom Turnierhotel an der Promenade durch den Park zum Spielplatz, so hat sich der Kurdirektor das vorgestellt. Mit hoher Aufmerksamkeit von draußen wahrgenommen, „präsent auf allen Sendern und in den sozialen Medien, das ist gar nicht hoch genug zu bewerten“. Also der Werbefaktor. Bad Homburg hier, Bad Homburg da, man hört ein bisschen mehr Emotion aus den Kommentaren der internationalen weiblichen Tenniselite heraus, wenn sie sich nach Spiel, Satz und Sieg bei „Turnierbotschafterin“ Angelique Kerber und der Stadt bedanken. Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) hat beim Finale vor laufenden Kameras gar „Tennisfieber“ in der Stadt diagnostiziert.

Das gilt vor allem im engen Umkreis des ob Corona eingezäunten Turniergeländes. Der VIP-Eingang zu den Lounge-Zelten liegt ohne roten Teppich dezent getarnt an der Rückseite des historischen Clubhauses des TC Bad Homburg. Auf der anderen Seite können Flaneure auf die Chillzone der Zuschauer der zweiten Kategorie schauen. Mit Stühlen unter Sonnenschirmen vorm Food Truck und Klappliegestühlen im Halbschatten der Kurparkbäume. Auf der VIP-Seite ist die Schlange am Eingang länger als vorne, „alles sehr streng“, sagt die Kontrolleurin. Mehr nicht, Diskretion bitte. Zeit für jede Menge Bussis und Umarmungen. Eine Dame mit Hut klagt, dass sie „schon mindestens zweieinhalb Kilometer“ auf ihren Hochhackigen unterwegs war bis hierher. Junge Mädchen in schicken Minikleidern, ein Herr trägt den Kuschelhund in durchsichtiger Tasche mit Lüftung hinterher.

In der Zuschauer-Box wird es heiß auf der Sonnenseite, Damen fächeln sich Luft zu, Männer geben den Schirmherrn im Hintergrund. Und immer wieder der Schriftzug Bad Homburg im Bild, Kamerafahrten über die feine Kulisse, Drohnenflüge am weißblauen Himmel, „Stadtmarketing mit absolut positiver Ausstrahlung“, sinniert der OB, selbst leidenschaftlicher Tennisspieler.

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