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Bad Homburg

Bad Homburg: Testen für den Selbstschutz

  • Silvia Bielert
    VonSilvia Bielert
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Die Feuerwehr möchte eine eigene Corona-Schnelltest-Infrastruktur aufbauen, um die Kollegen und deren Familien besser zu schützen. Denn Feuerwehrleute fallen erst in die dritte Impfgruppe.

Der Leiter der Bad Homburger Feuerwehr, Daniel Guischard, wundert sich darüber, dass Feuerwehrleute in der Corona-Impfpriorität relativ weit unten gelandet sind. Zur Einordnung: In der aktuellen Fassung der Impf-Verordnung des Landes fallen auch in die dritte Priorität (unter anderem Menschen zwischen 60 und 70 Jahren) nur Personen, „die in besonders relevanter Position bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks“ tätig sind.

Dabei, so betont Guischard, habe auch die Feuerwehr bei Einsätzen einerseits Kontakt zu Infizierten, andererseits seien im Einsatz die Abstandsregeln nicht immer einzuhalten. „Wir sind da oft an vorderster Front, häufig erfahren wir erst nachher, dass ein Patient Corona-positiv war“, sagt er.

So müsse er als Verantwortlicher Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, einem erhöhten Risiko aussetzen. Es bestehe das Risiko, dass Infektionen in die Feuerwehr eingebracht werden und sich dort ausbreiten können. Das würde deren Einsatzmöglichkeiten erheblich einschränken.

„Soll man es zulassen, dass Menschen durch ihren freiwilligen Dienst nicht nur sich selbst, sondern auch Lebenspartner und Angehörige gefährden? Wir haben Väter und Mütter in unseren Reihen, Angehörige von Risiko-Patienten“, sagt Guischard. „Ich kann es niemandem verübeln, wenn ihm das Risiko zu hoch erscheint.“

Die Bad Homburger Feuerwehr stellt deshalb ihren Einsatzkräften und deren Familien nun eine eigene Test-Infrastruktur bereit, schnell und unbürokratisch. „Dieses Angebot gilt auch für Familienangehörige“, betont Guischard.

Hilfreich war, dass bereits seit 2010 im städtischen Haushalt ein Sonderkonto „Pandemie-Prävention“ eingeplant wurde, über das in den ersten Jahren der Aufbau einer strategischen Reserve für den Ernstfall ermöglicht wurde – ein Grund, warum die Bad Homburger Einsatzkräfte in der ersten Hochphase der Pandemie ausreichend Desinfektionsmittel und andere Schutzausrüstung zur Verfügung hatten. Auch bei der Beschaffung der Tests musste man nicht lange auf die Finanzierungszusage warten. „Man darf sich da als Träger der Feuerwehr nicht zurückhalten“, mahnt Guischard.

Insgesamt wurden bislang 4000 Test-Sets – 2500 Schnelltests und 1500 Laien-Selbsttests – beschafft und stehen nun zur Verfügung. „Die Tests können nur dann helfen, wenn sie richtig angewandt werden“, sagt Kai Rüttger. Rüttger arbeitet als Oberarzt an der Homburger Klinik und hat reichlich Erfahrung als Notarzt und als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst. Zusammen mit einem Kollegen und 16 Helfern, die eine rettungsdienstliche Ausbildung oder eine Ausbildung als Sanitäter haben, testet er die Wehr.

Es seien bereits einige Infektionen durch die freiwilligen Tests herausgefiltert worden – eine Weitergabe in die Gruppe und die Familien wurde so verhindert. Kein Wunder, dass das Konzept, das in Bad Homburg längst etabliert ist, bald auch andernorts aufgegriffen wird. Guischard: „Das Land beabsichtigt, den Feuerwehren 300 000 Tests zur Verfügung zu stellen.“

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