Corona-Pandemie

Gastronomen dürfen Heizstrahler aufstellen

Magistrat erlaubt wegen der Corona-Pandemie die Bewirtung der Außengastronomie, denn die ist in Bad Homburg zwischen 1. November und 28. Februar normalerweise unzulässig.

Auch wenn es dieser Tage noch einmal Sonne satt und Temperaturen jenseits der 30 Grad gibt, der Sommer neigt sich unweigerlich dem Ende entgegen. Und selbst wenn ein goldener Herbst folgt: Es wird kälter und ungemütlicher – zumindest wenn man beabsichtigt, sich draußen hinzusetzen und länger zu verweilen. Für Gastronomen, die wegen der Corona-Regelungen ohnehin zu kämpfen haben, ist das eine unangenehme Vorstellung.

Doch es gibt Unterstützung: Der Bad Homburger Magistrat hat jetzt eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen, die der Gastronomie helfen sollen, auch im Winter draußen Gäste zu bedienen.

Damit wird die Außengastronomie in der kalten Jahreszeit überhaupt erst ermöglicht. Denn diese ist in Bad Homburg normalerweise zwischen 1. November und 28. Februar unzulässig – so heißt es laut Stadt zumindest in den Richtlinien zur „Sondernutzungssatzung in der Fußgängerzone“. Die Stadt verzichtet wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 28. Februar auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren, auch bleibt es Gastronomen weiterhin erlaubt, ihre Außenflächen im öffentlichen Raum – unter Beachtung einiger Auflagen – zu erweitern.

Hinzu kommen zwei Sonderregelungen, die den Gästen den Aufenthalt im Freien angenehmer gestalten sollen. So dürfen im kommenden Winter transparente Windschutzwände aufgestellt werden, und auch Heizstrahler sollen von Anfang Oktober bis Ende Februar 2021 erlaubt sein. Voraussetzung ist allerdings eine individuelle Genehmigung, die laut Stadt über ein vereinfachtes Verfahren geprüft beziehungsweise erteilt wird. Der Magistrat empfiehlt die Nutzung von elektrischen Heizpilzen – diese seien gegenüber gasbetriebenen weniger umweltschädlich.

„Wir wollen es den Gastronomiebetrieben mit diesem Paket ermöglichen, auch im Winter Gäste draußen zu bewirten“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Denn viele Menschen scheuten sich nach wie vor, geschlossene Räume aufzusuchen, in denen sich viele Menschen aufhalten.

„Die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 wächst durch die Ausbreitung von Aerosolen im geschlossenen Bereich“, sagt Citymanagerin Tatjana Baric. Handelsexperten hätten daher empfohlen, das Geschäft auch in der Herbst-/Winter-Saison möglichst nach draußen zu verlagern. Die jetzt angekündigten Maßnahmen seien aber als Ausnahme aufgrund der Corona-Situation zu betrachten.

Beim Fachverband Dehoga muss man sich hingegen erst noch sortieren. Hochtaunus-Geschäftsstellenleiter Gerhard Wolff begrüßte in einer ersten Reaktion die Ideen der Stadt, stellte aber auch klar: „Die Gastronomen werden alles versuchen, was für sie umsetzbar ist. Allerdings müssen wir sehen, wie die Gäste das annehmen.“

Stadt geht auf die Wirte zu

Es wird also darauf ankommen, wie weit sich die Gäste mit ihren Gastwirtschaften solidarisieren. Gut möglich, dass sich einige Wirte in den kommenden Wochen direkt an ihre Kunden wenden. Nach dem Motto: Bringt euch Decken mit und haltet mit uns den Winter durch, damit ihr auch im nächsten Frühjahr und Sommer wieder bei uns in der Sonne sitzen könnt.

Die Stadt weist darauf hin, dass alle Bad Homburger Gastronomiebetriebe in den kommenden Tagen Post von der Stadtverwaltung bekommen, in der ihnen das Hilfspaket nochmals detailliert vorgestellt wird. Wer kein Schreiben erhält, kann sich beim City-Management unter Telefon 06172 / 100 135 5 melden. Einen finanziellen Verlust durch den Verzicht auf die Gebühren erleidet die Stadt übrigens nicht, da die Außenbewirtschaftung im Winter eigentlich ausgeschlossen ist.

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