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Auf dem Gipfel des Vergnügens

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Ihm hat’s schon mal gefallen: Der fünfjährige Tupac hat alle Attraktionen auf dem neuen Spielplatz am Feldberg ausprobiert.
Ihm hat’s schon mal gefallen: Der fünfjährige Tupac hat alle Attraktionen auf dem neuen Spielplatz am Feldberg ausprobiert. evelyn kreutz © Evelyn Kreutz

Limes-Spielplatz für 100 000 Euro soll Feldberg attraktiver machen

Bad Homburg - Begeisterte Kinder taten es am Samstagnachmittag quasi den alten Römern gleich, zumindest spielerisch. Im 1. bis 6. Jahrhundert n.Chr. steckten die Römer auf 550 Kilometern vom Rhein bis zur Donau mit dem Obergermanisch-Raetischen Limes, der 2005 in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen wurde, ihr Herrschaftsgebiet in Europa ab. Zahlreiche Mädchen und Jungen eroberten nun bei der Einweihung den neu angelegten Limes-Spielplatz auf dem Feldbergplateau.

Da der Limes direkt unterhalb des Großen Feldbergs vorbeiführt, gelte es nicht nur das kulturhistorische Erbe zu bewahren, sondern auch das Interesse daran zu wecken und seine Bedeutung zu vermitteln, so Dr. Joachim-Dietrich Reinking, der Geschäftsführer der Limeserlebnispfad GmbH. Die GmbH als Planer und Bauherr hat die Erweiterung des Spielplatzes auf dem gut besuchten Gipfel genau dazu genutzt, die Aufmerksamkeit auf den Limes zu lenken. Dessen Verlauf ist noch an manchen Stellen gut erkennbar, beispielsweise anhand der Überreste von Wachtürmen.

Kinder müssten spielen und sich austoben können, so Landrat Ulrich Krebs (CDU). „Wenn dabei das Interesse an der Geschichte unserer Taunusheimat geweckt wird, umso besser“, sagte er. Er ist davon überzeugt, dass der Spielplatz das Angebot auf dem Gipfel vor allem für Familien noch attraktiver macht. Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) freute sich, dass nun auf dem Plateau ein weiteres Erlebnis-Highlight entstanden ist. Mit der Übergabe des Spielplatzes an die Gemeinde Schmitten übernimmt diese künftig auch die Pflege. Das Interesse von Kindern und deren Eltern an den Spielgeräten mit Bezug zur römischen Epoche war schon am ersten Tag groß. An den Doppelschaukeln und Nestschaukeln bildeten sich schnell lange Schlangen. Die als Kletterwand ausgestattete Limes-Palisade war permanent belegt. Gleiches galt für die neue Kletterstrecke mit Balance-Elementen. Denn die mit einer Hängebrücke verbundenen beiden Wachtürme, die schon vorher Kernstück des Spielplatzes waren, kannten zumindest schon die Stammbesucher. „Wir hoffen, damit das Interesse an unserem römischem Erbe im Taunus gerade bei den Jüngeren lebendig zu halten“, so Dr. Reinking. Spielplatzbesucher sollen dadurch auch zu Wanderungen entlang des Limeserlebnispfades oder einem Besuch des Römerkastells Saalburg motiviert werden. Die Neugestaltung des Spielplatzes hat rund 100 000 Euro gekostet, ist aber noch nicht ganz abgeschlossen. Dr. Reinking möchte gerne noch lebensgroße Figuren von römischen Soldaten auf dem Gelände aufstellen lassen und sucht dafür Sponsoren und heimische Künstler.

Aber nicht nur der neu gestaltete Limes-Spielplatz hat das Feldbergplateau attraktiver gemacht. Der Rundweg ist bereits barrierefrei geworden und leichter von Eltern mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollatoren begehbar. „Wir haben noch weitere Ideen, aber mit dem Gesamtkonzept und der Aufstellung eines Bebauungsplanes müssen wir warten, bis die Seilbahnstudie vorliegt“, so der Landrat.

Neue Ideen für das Ausflugsziel

Wie Schmittens Bürgermeisterin mitteilte, hat die Gemeinde inzwischen die marode gewordene Einfassung rund um den Spielplatz durch eine neue aus widerstandsfähigem Robinienholz, aus dem auch die Spiel-Elemente sind, ersetzen lassen. Auch die Beschilderung auf dem Gipfel ist schon erneuert worden. Jetzt wissen auch Ortsfremde, wo es zur Falknerei, den öffentlichen Toiletten, zum Aussichtsturm und dem Beginn des Bike-Parks geht. Die Radler-Route soll auch von unten her noch besser beschildert werden. Mittel für gegen Vandalismus gesicherte Wegweiser sollen laut Landrat im Kreishaushalt für den gesamten Bereich des Naturparks Taunus eingestellt werden. Was das Verkehrskonzept am und um den Feldberg angeht, gibt es derzeit noch nichts Neues.

Laut Bürgermeisterin Krügers könnten die Ergebnisse der Studie zur Besucherlenkung durch Parkraumbewirtschaftung in Kürze vorliegen und dann bereits Anfang des Jahres durch die Gremien gehen.

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