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Schon jetzt gibt es vereinzelte Kinovorstellungen im Kurtheater. Das möchte die BLB ausbauen.

Stadtentwicklung in Bad Homburg

Alles auf Anfang bei Kino-Projekt

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Nach dem Scheitern der bisherigen Verhandlungen sucht die Stadt einen neuen Investor für das Postareal in Bad Homburg (Hochtaunus). Derweil bringt die BLB das Kurhaus als Kino-Standort ins Spiel.

Wie geht es weiter auf dem ehemaligen Postareal am Bahnhof? Kurz vor Weihnachten hatte die Stadt verkündet, die Verhandlungen mit dem avisierten Investor seien gescheitert. Geplant war, dass dieser dort für einen Unterhaltungskomplex mit Kino und Musikclub sorgt. Darüber hinaus war ein Parkhaus vorgesehen, und die Stadtwerke sollten mit ihrer Verwaltung aus Ober-Erlenbach an den Bahnhof umziehen.

Die Stadt führe nun Gespräche mit anderen Interessenten, teilte Rathaussprecher Andreas Möring auf Anfrage der FR mit. Ziel sei weiterhin ein „umsetzbares Konzept“, in dessen Mittelpunkt das Kinocenter stehe.

Derweil machen sich auch die Parlamentsfraktionen Gedanken über das weitere Vorgehen. Dabei zeichnet sich ab, dass der Umzug der Stadtwerke an den Bahnhof vom Tisch sein dürfte. Das sehen inzwischen auch die Fraktionschefs des Mehrheitsbündnisses von CDU und SPD so. Entscheidend seien Kino und Club, betonen Oliver Jedynak (CDU) und Jürgen Stamm (SPD). „Daran halten wir fest“, bekräftigt Jedynak. „Wir müssen dringend etwas für junge Leute tun“, ergänzt Stamm. Und dafür sei der Standort am Bahnhof bestens geeignet, da hier keine Anwohnerbeschwerden zu befürchten seien.

Auch die Grünen seien weiterhin für einen kulturellen Schwerpunkt am Bahnhof, sagt Daniela Kraft (Grüne). Allerdings habe der Oberbürgermeister nun erst einmal die Verhandlungen „gegen die Wand gefahren“. Was das restliche Postareal angeht, seien die Grünen offen für Vorschläge, erklärt Kraft.

Hingegen hat die Bürgerliste Bad Homburg (BLB) schon recht konkrete Vorstellungen. Darin spielt auch das Kurhaus eine wichtige Rolle, das in den kommenden Jahren ohnehin saniert oder neu errichtet werden soll. Die BLB plädiert für eine Sanierung und schlägt vor, das geplante Kino ins Kurhaus zu integrieren. Im Gegenzug möchte die Wählergemeinschaft auf dem Bahnhofsgelände ein modernes Kongresszentrum errichten.

BLB gibt sich gesprächsbereit

Hinzu kommen soll dort eine Multifunktionshalle, in deren Umfeld zudem ein Jugendcafé und eine Jugenddisco entstehen sollen. Das erinnert an das „Move & Groove“-Center aus der Zeit des Viererbündnisses von SPD, Grünen, BLB und NHU, dessen Planung die schwarz-rote Koalition vor zwei Jahren beendet hatte. Die Ausrichtung solle aber noch weiter gehen als die damals vorgesehene Trendsporthalle, erklärt die BLB. So könnte die Halle auch für Stadtverordnetenversammlung, Vereinsveranstaltungen oder private Feiern genutzt werden.

Insgesamt gibt sich die BLB gesprächsbereit. Sie sei nicht grundsätzlich gegen ein Kino am Bahnhof, und auch Gewerbeflächen könne sie sich dort durchaus vorstellen, allerdings keinen Einzelhandel. Und auch einen Abriss des Kurhauses werde sie nicht mitmachen.

Die CDU möchte das Kurhaus in jedem Fall als zentralen Kongressstandort erhalten, entgegnet Oliver Jedynak den BLB-Plänen. Schließlich sei die zentrale Lage zwischen Louisenstraße und Kurpark ein wichtiger Standortfaktor. Jürgen Stamm kann sich immerhin vorstellen, einen Teil der Kinosäle am Bahnhof so auszustatten, dass sie auch für Kongresse zu nutzen sind. Dadurch lasse sich für eine bessere Auslastung sorgen, erwartet der SPD-Fraktionschef.

Aus Sicht von Wolfgang Hof (FDP) sollte die Stadt das „Filetgrundstück“ am Bahnhof hingegen meistbietend an einen Investor verkaufen, der dort Büros errichten könnte. Das sorge zudem für Gewerbesteuereinnahmen. Ein Kinocenter lehnt die FDP zwar nicht grundsätzlich ab. „Es muss sich aber selbst tragen“, fordert Hof. Was die Zukunft des Kurhauses angeht, will er erst einmal eine Analyse abwarten, inwieweit es in Bad Homburg überhaupt noch Bedarf für einen Kongressbetrieb gibt.

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