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Ausgezeichneter Güterbahnhof

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Ina I., Prinzessin des Homburger Carneval- Vereins, bekommt ein Küsschen von Ministerpräsident Volker Bouffier.
Ina I., Prinzessin des Homburger Carneval- Vereins, bekommt ein Küsschen von Ministerpräsident Volker Bouffier. © Martin Weis

Ministerpräsident Volker Bouffier spricht als Gastredner beim Jahresempfang der Aktionsgemeinschaft - und nutzt die Gelegenheit für einen einstündigen landes- und bundespolitischen Rundumschlag.

Von Martina Propson-Hauck

Die Aktionsgemeinschaft hatte für Sonntagnachmittag nicht ganz ohne Hintergedanken zu ihrem Jahresempfang in den Güterbahnhof eingeladen: Zum einen nutzten noch viel mehr Gäste als sonst die Gelegenheit, sich den mittlerweile zum Gastronomietempel umgebauten Bau einmal von Innen anzusehen.

Zum anderen aber zeichnete der Kur- und Verkehrsverein bei dieser Gelegenheit gleich die beiden Bauherren und Geschäftsführer Peter Löw und Thomas Meye mit dem diesjährigen Preis der alljährlichen Fassadenschau aus. Die sorgfältige Restaurierung des aus dem Jahr 1905 stammenden Güterschuppens gereiche der Kurstadt zur Ehre, sagte Wolfgang Herder vom Kur- und Verkehrsverein. Alljährlich ausgezeichnet werden Projekte und „vorbildliche Bemühungen zur Erhaltung des Stadtbildes“. Dachdeckermeister Löw hatte den Preis schon einmal 1994 für die Instandsetzung der Villa Debus an der Promenade erhalten.

Jörg Hölzer, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, die mehr als 250 Mitglieder hat und in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiert, appellierte an die anwesenden Vertreter der Landesregierung, den Lebensraum für den mittelständischen Handel und das Handwerk zu sichern. Er nannte es „vorbildlich“, dass in Bad Homburg die Innenstadt vor Leerständen und Geschäftsaufgaben weitgehend dadurch geschützt würde, dass keine „künstlichen Einkaufszentren auf der grünen Wiese“ genehmigt würden.

Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD) betonte, er lasse sich gern vor den Karren der Wirtschaft spannen. „In meinen Adern fließt immer noch ein wenig Unternehmerblut“, rief er den Gästen des Empfangs aus Politik und Wirtschaft zu. Und das, obwohl er nun schon fast seit einem Jahr im Rathaus arbeitet.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nutzte die Einladung zum Jahresempfang als Forum für einen einstündigen landes- und bundespolitischen Rundumschlag zwischen Mindestlohn, Eurokrise und Mali. Aus aktuellem Anlass holte er zu der geplanten Klage zum Länderfinanzausgleich ein wenig weiter aus. Es könne nicht angehen, dass drei Länder die 13 anderen finanzieren. „Von einem Euro, den wir hier in Hessen mehr einnehmen, gehen 99 Cent weg“, sagte Bouffier. Am Dienstag wollen das hessische und das bayerische Kabinett in einer gemeinsamen Sitzung eine Klage beim Bundesverfassungsgericht beschließen.

„Das System ist nicht sinnvoll“, sagte Bouffier. Berlin finanziere kostenlose Kitaplätze mit hessischem Geld, aber in Hessen müssen Kommunen und Eltern sehr viel Geld für die Kinderbetreuung hinlegen.

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