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Asiatische Preziosen

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Der japanische Lackschrank azs der Zeit um 1700 steht in derVilla Metzler, die zum Museum für Angewandte Kunst gehört.
Der japanische Lackschrank azs der Zeit um 1700 steht in derVilla Metzler, die zum Museum für Angewandte Kunst gehört. © FR/Müller

Die verstreute Kunstsammlung von PIV-Gründer Werner Reimers soll im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt wieder vereint werden. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Wer als Bad Homburger das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst besucht, wird bei einigen Ausstellungsstücken stutzen. Steht doch neben dem japanischen Lackschrank in der historischen Villa Metzler "Leihgabe der Werner Reimers Stiftung". Ebenso bei einigen japanischen Porzellanvasen in der Dauerausstellung. Der Unternehmer Werner Reimers ist in Bad Homburg bekannt, weil er mit der Firma PIV und der Herstellung stufenloser Getriebe nach 1945 der größte Arbeitgeber Bad Homburgs war. Heute macht die Stiftung des Unternehmers Bad Homburg mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften zu einer Dependance der Universität Frankfurt.

Dass Reimers auch ein bedeutender Kunstsammler war, hat auch Wolfgang Assmann, Vorstand der Werner-Reimers-Stiftung und ehemaliger Oberbürgermeister der Kurstadt, erst spät erfahren. Der 1888 als Sohn einer hanseatischen Kaufmannsfamilie in Yokohama geborene Reimers hat bereits während des ersten Weltkrieges damit begonnen, ostasiatische Kunst zu sammeln und so hunderte Objekte zusammengetragen. Die standen zum Teil in der Villa am Wingertsberg oder waren in Berliner Museen verstreut. Assmannn will die Sammlung nun gern wieder zusammenführen und dem Frankfurter Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen.

"Das ist eine sehr schöne und vielfältige Sammlung hauptsächlich chinesischer Kunst", sagt Stephan Graf von der Schulenburg, Kurator der Asienabteilung des Museums. Das Museum für Angewandte Kunst ist das einzige Haus im Rhein-Main-Gebiet, das sich intensiv mit asiatischer Kunst beschäftigt. Der bereits ausgestellte Lackschrank und die Vasen seien besonders schöne Stücke der Sammlung. Alle Reimers-Stücke könne das Museum allerdings nicht zeigen, die Malereien auf Papier und Seide seien sehr empfindlich und könnten nur zeitweise in abgedunkelten Räumen ausgestellt werden. "Wir sind bestrebt, die wertvollsten und museal wichtigsten Stücke zu zeigen", sagt Schulenburg. Die Stücke seien eine Bereicherung für das Frankfurter Museum.

Gemeinsam mit Assmann und der Stiftung soll es auch Symposien und Vorträge in Bad Homburg über den Sammler Reimers und seine Sammlung geben. Die hatte der umtriebige Kaufmann, wie Assmann zu berichten weiß, vor allem deshalb begonnen, weil er beim Ausbruch des ersten Weltkrieges die väterlichen Geschäfte in Yokohama betreuen sollte. Als Staatsbürger eines Feindstaates wurde ihm aber sofort jede Geschäftstätigkeit so wie die Rückkehr nach Deutschland verboten. Also nutzte er die Kriegszeit in Japan, um sich intensiv mit der ostasiatischen Kunst zu beschäftigen. Dieser Leidenschaft blieb er bis zu seinem Lebensende 1965 in Bad Homburg treu.

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