1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Asbest-Fund sorgt für Zusatzkosten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Torsten Weigelt

Kommentare

Abriss des alten Postgebäudes am Bahnhofsvorplatz mit schwerem Gerät
Abriss des alten Postgebäudes am Bahnhofsvorplatz mit schwerem Gerät © Monika Müller

Der Abriss der alten Post am Bahnhof soll Ende Mai beendet sein. Die Pläne für ein Kino-Center treffen bei möglichen Investoren auf Interesse.

Seit Ende Dezember machen sich die Mitarbeiter der Abbruch-Firma Zeller an dem alten Postgebäude am Bahnhof zu schaffen. Weil von außen bislang nicht viel zu sehen war, habe es bereits die ein oder andere kritische Nachfrage gegeben, sagte Enzo Spadano, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, bei einem Baustellenbesuch.

Tatsächlich sei jedoch eine Menge passiert. Der 70er-Jahre-Bau wurde komplett entkernt, eine aufwendige und diffizile Arbeit. Und dann habe man auch noch „Funde der unangenehmen Art“ gemacht, ergänzte Bauleiter Roger Wagner. So war in der Dichtmasse an den Zwischendecken Asbest aufgetaucht. Zwar nur eine kleine Menge, aber es sei wegen der Sicherheitsvorschriften „sehr zeitaufwendig“ gewesen, den Giftstoff zu entsorgen, schildert Wagner.

Das ist inzwischen geschehen. Seit einigen Tagen können die Arbeiter dem ehemaligen Postgebäude nun auch mit schwerem Gerät zu Leibe rücken: Drei Bagger fressen sich in den Stahlbeton, zerbröseln diesen mit Hilfe eines „Pulverisierers“ und trennen anschließend den Stahl vom Beton. Beides werde wiederverwertet, erläuterte Enzo Spadano. Der Asbest-Fund habe die Abriss-Arbeiten zwar ein paar Wochen aufgehalten, sagte Mark Fentroß von der Firma Zeller. Dennoch ist er optimistisch, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Danach sollen bis Ende Mai Wände und Fundamente komplett beseitigt sein. Im Juni möchte die Stadt das Areal dann an die Kur- und Kongress GmbH übergeben.

Das kommunale Unternehmen kümmert sich gewissermaßen um den Wiederaufbau. Denn an Stelle des ehemaligen Postgebäudes soll unter anderem ein Unterhaltungskomplex mit Kino und Musik-Club entstehen.

Fassade dämmt den Schall

Derzeit laufe die europaweite Investorensuche, teilte Geschäftsführer Ralf Wolter gestern auf Anfrage mit. Es gebe auch bereits einige Interessenten. Details wollte er allerdings nicht verraten. Wolter geht davon aus, dass er im vierten Quartal 2017 eine Vergabeempfehlung geben kann. Bis die ersten Filme über die Leinwände flimmern, werde es dann aber noch zwei, drei Jahre dauern. Zunächst einmal gehen nun die Abrissarbeiten weiter. Dabei bemühe man sich, möglichst emissionsfrei zu arbeiten, betont Mark Fentroß. Die Fassade in Richtung Bahnhof soll so lange wie möglich stehen bleiben. „Das ist der beste Schallschutz.“

Der Abriss koste die Stadt rund 750 000 Euro, rechnet Enzo Spadano vor. Das sind 50 000 Euro mehr als eingeplant. Die Überschreitung sei dem überraschenden Asbestfund geschuldet.

Auch interessant

Kommentare